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26.10.2012

06:21 Uhr

Kommentar

Vier Angreifer wollen ein Stück vom Apfel

VonAxel Postinett

Google, Amazon, Samsung und Microsoft haben sich in Apples neuen Kernmärkten verbissen. Sie machen den Wunderkindern aus Cupertino das Leben immer schwerer. Apple muss nun nochmal ordentlich zulegen.

Frohes Fest? Apple hofft auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft. dapd

Frohes Fest? Apple hofft auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft.

San FranciscoApple ist in der Realität angekommen. Steigende Kosten für Forschung und Entwicklung, die Bruttogewinnmarge auf Zweijahrestief und anhaltender Streit mit dem einstigen Partner Samsung belasten das Ergebnis. Der ist nach Brancheninformationen nicht mehr bereit, hohe Preisnachlässe für Mobiltelefon- und Tablet-Displays zu gewähren. Samsung fährt außerdem der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge bei Preisen für Speicherbausteinen eine harte Linie gegen den neuen Erzfeind.

Während Apple die hochgesteckten Erwartungen der Analysten leicht verfehlt und nur einen verhaltenen Ausblick für das laufende Quartal gibt, meldet Samsung ein Rekordergebnis und eine Verdoppelung des Betriebsergebnisses der Mobilfunksparte. Displays und Chips, die Apple nicht mehr will, saugen Amazon und Google auf – sofern sie nicht in eigenen Samsung-Geräten dringend benötigt werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett

Zu allem Überfluss zeichnen die Analysten von Strategy Analytics noch ein generell eingetrübtes Bild für den Tablet-Markt. Apple hielt demnach im dritten Quartal 2012 noch immer die Führung mit 56,9 Prozent Marktanteil, aber die Konkurrenz mit Googles Android-Betriebssystem schnellte auf ein Rekordhoch von 41,3 Prozent.

Gleichzeitig sank das Marktwachstum auf 43 Prozent weltweit. Immer noch beeindruckend, aber deutlich weniger als die 289 Prozent ein Jahr zuvor. Der Markt sättigt sich und vor dem Hintergrund des Android-Erfolgs mit kleinen 7-Zoll-Tablets war die Einführung des iPad mini von Apple schlicht allerhöchste Zeit und keine „Innovation“.

Zunehmend rauer wird der Wind auch international. Noch steigt der internationale Umsatz, aber die Wachstumsrate schwächt sich kontinuierlich ab. Der Druck durch preiswerte Konkurrenzprodukte steigt unaufhörlich. NPD Display Search erwartet eine jährliche Verdoppelung der Verkäufe von Smartphone-Modellen unter 150 Dollar bis zum Jahr 2016, dann werden sie 29 Prozent des Marktes ausmachen. Rund 60 Prozent des Billig-Marktes werden demnach die asiatisch-pazifischen Staaten stellen.

Sind erste Schleifspuren im Apple-Quartal schon sichtbar? Während der Umsatz in China alleine um 26 Prozent anstieg, ein starker iPhone-Markt, zeigt das Wachstum im gesamten asiatisch-pazifischen Raum – einschließlich China – nur ein Plus von 15 Prozent. Irgendwo hakt da etwas. Vielleicht will jeder ein iPhone. Aber nicht jeder kann es sich leisten.

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Natürlich ist Apple mit einem Quartalsumsatz von 36 Milliarden Dollar und einem Nettogewinn von satten 8,2 Milliarden Dollar aktuell weit davon entfernt ein Problem zu haben. Und die Prognose für das laufende Quartal mit 52 Milliarden Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 11,75 Dollar ist alles andere als übel. Aber die Zeichen sind unübersehbar. Die lange paralysierte Konkurrenz ist aufgewacht.

Google, Amazon, Samsung und Microsoft haben sich in Apples neuen Kernmärkten verbissen. Sie nehmen, so wie Amazon, selbst Verluste in Kauf, um ins Spiel zu kommen, und machen den Wunderkindern aus Cupertino das Leben immer schwerer. Viele Hunde sind des Hasen Tod, sagt der Volksmund. Es sei denn, der Hase kann noch einmal ordentlich zulegen. Das ist es, was die Börse jetzt sehen will. Hat da jemand Apple-Fernseher gesagt?

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.10.2012, 10:39 Uhr

und während amazon 274 mio eur verlust in 12 wochen erwirtschaftet hat - hat apple 8 mrd gewinn generiert...

sagt schon ne menge.

schuster bleib bei deinen leisten

Account gelöscht!

26.10.2012, 11:33 Uhr

Statt Inovationen vom Schlage eines Iphones bietet Apple das 5. Iphone das teurer und nicht besser ist als die Produkte der Mitbewerber. Beim Ipad rennt man auch der Konkurrenz hinterhar indem man ein MiniIpad rausbringt.
Upgrades und Null Innovation das ist der Apple Konzern der Nach SteveJobszeit. Das sagt eine Menge aus.
Apple hat seinen Zenit überschritten daran würde auch ein Itv nix ändern.
Zu teuer, zu uninnovativ, zu proprietär. Hasta la vista Apple !

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