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08.01.2004

14:14 Uhr

Komponenten mehrfach verwenden

Projekt „Vienna“ wird SAP nicht ändern

Die Produktpalette des Walldorfer Softwarekonzerns SAP wird durch das Entwicklungsprojekt „Vienna“ nicht grundlegend erneuert.

HB STUTTGART. „Die Ergebnisse werden - ähnlich wie bei Konzeptstudien von Autoherstellern - sukzessive in die Weiterentwicklung von mySAP einfließen“, erläuterte ein SAP-Sprecher am Donnerstag und wies einen Bericht der „Financial Times Deutschland“ als übertrieben zurück. „Vienna“ sei nur einer von mehreren Aspekten im Rahmen der Entwicklung der so genannten „Enterprise Service Architecture“ (ESA), mit denen sich ein Team unter der Leitung von Vorstand Peter Zencke befasse.

SAP ist seit längerem darauf bedacht, für die zahlreichen Branchenlösungen, die das Unternehmen entwickelt hat, ähnliche Komponenten mehrfach zu verwenden. Bereits vor einem Jahr hatte SAP mit „NetWeaver“ eine Möglichkeit geschaffen, den Kunden die Verknüpfung von SAP-Software zur Unternehmenssteuerung mit den Produkten anderer Hersteller wie Oracle oder Microsoft zu erleichtern. Im Rahmen von „Vienna“ prüften mehr als hundert Entwickler losgelöst von Kundenaufträgen den Einsatz neuer Bausteine in der „MySAP“-Produktfamilie, die den Kern der SAP-Produkte bildet. Damit sollten auch die Entwicklungskosten gesenkt werden. Das sei eine kontinuierliche Entwicklung, sagte der Sprecher. Den in der Zeitung genannten Zeitpunkt für den Abschluss des „Vienna“-Projektes - 2005 oder 2006 - wollte er nicht bestätigen.

SAP verkauft bereits einzelne Bestandteile seiner Software - etwa Vertriebs- (CRM) oder Beschaffungslösungen (CRM) - einzeln. Bis zu 90 Prozent der Kunden kauften aber das komplette Paket „mySAP Business Suite“, sagte der Sprecher.

Die SAP-Aktie kletterte am Donnerstag in Erwartung positiver Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2003 um weitere 1,3 Prozent auf 141,78 Euro. Der US-Konkurrent Siebel Systems hatte am Montag gemeldet, seine Erwartungen und die der Analysten klar übertroffen zu haben.

SAP will Umsatz- und Ertragszahlen am 22. Januar veröffentlichen, hat aber in den vergangenen Quartalen häufig einzelne Kennzahlen vorab veröffentlicht, wenn diese von den Markterwartungen drastisch abwichen. Softwareanalysten rechnen damit, dass der Lizenzumsatz von SAP im vierten Quartal um drei Prozent zurückgegangen und der operative Gewinn um fast neun Prozent gestiegen ist.

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