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16.01.2007

11:47 Uhr

Komponentenproduzent kündigt Entlassungen an

BenQ-Pleite fordert noch mehr Opfer

Die Pleite des Münchener Handyherstellers BenQ Mobile sorgt erneut für Wirbel in der Zulieferbranche. Am gestrigen Montag kündigte der finnische Komponentenproduzent Perlos an, bis Jahresende 4 000 Mitarbeiter zu entlassen. Das ist rund ein Drittel aller Beschäftigten. Offenbar hat das Unternehmen wenig Hoffnung, dass es bei BenQ Mobile doch noch weiter geht.

jojo / lou MÜNCHEN. Im Herbst hatten bereits die BenQ-Lieferanten Infineon und Balda harte Einschnitte angekündigt, weil ihnen mit dem Münchener Mobiltelefonanbieter ein wichtiger Kunde weggefallen ist. Der Chiplieferant Infineon will 400 Jobs streichen. Beim ostwestfälischen Mittelständler Balda sinkt die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland von 1 600 auf 600.

BenQ Mobile hat Ende September Insolvenz angemeldet, als die Konzernmutter aus Taiwan die Überweisungen an die hoch defizitäre deutsche Tochter eingestellt hatte. Der Elektronikkonzern hatte das schwer angeschlagene Geschäft im Sommer 2005 von Siemens übernommen. Am 1. Januar wurde schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet.

Für Firmen wie Perlos war das ein harter Schlag, denn sie verloren auf einmal einen ihrer wichtigsten Kunden. Jetzt müssen sie sich in Richtung Asien orientieren, wo die meisten BenQ-Konkurrenten ihre Handys bauen lassen. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage in Asien steigen wird. Deshalb fahren wir mit unseren Investitionen in China und Indien wie geplant fort“, teilte Perlos gestern mit. Perlos ist ein Hersteller von Präzisionsplastikteilen und elektronischen Komponenten unter anderem für die Telekommunikationsbranche.

Offenbar hat Perlos wenig Hoffnung, dass es bei BenQ Mobile doch noch weiter geht. Es gebe keine Chancen, die Fertigung in Finnland in der jetzigen Form weiter zu betreiben, hieß es gestern. Der Insolvenzverwalter von BenQ Mobile, Martin Prager, spricht zwar weiter mit Interessenten. Eine Sprecherin Pragers dämpfte gestern aber die Hoffnung, dass sich in den nächsten Tagen ein Käufer findet. Perlos selbst rechnet für das laufende erste Quartal mit einem Umsatzeinbruch von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

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