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07.02.2013

07:24 Uhr

Konkurrenten kooperieren

Google wirbt auf Yahoo

Wenn Konkurrenten sich zusammentun: Einige Plattformen von Yahoo werden künftig mit Google-Anzeigen bestückt. Die beiden IT-Riesen haben eine Kooperation beschlossen. Microsoft dürfte das nicht gefallen.

Yahoo Hauptquartier in Sunnyvale. Der Konkurrent Google darf auf Yahoos Plattformen werben. dapd

Yahoo Hauptquartier in Sunnyvale. Der Konkurrent Google darf auf Yahoos Plattformen werben.

San FranciscoDer Internetkonzern Yahoo hat eine Werbepartnerschaft mit seinem Konkurrenten Google vereinbart. Künftig sollten Anzeigen der Werbedienste von Google auf einigen Portalen von Yahoo erscheinen, teilten die Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mit. „Indem wir Google zur Liste unserer Weltklasse-Partner für Kontextwerbung hinzufügen, werden wir in der Lage sein, unser Netzwerk zu erweitern, was heißt, dass die Anzeigen für unsere Nutzer noch passender sein werden“, erklärte Yahoo. Für die Nutzer werde das in der Erscheinungsform der Anzeigen aber nicht ersichtlich sein.

Yahoo ist ein früher Star des Internets. Nach dem ersten Internetboom um die Jahrtausendwende ging es mit dem Unternehmen allerdings bergab. Vor allem die Konkurrenz von Google macht Yahoo seitdem schwer zu schaffen. Der Konzern beherrscht mit seiner Suchmaschine und seinem Online-Werbesystem heute weite Teile des Marktes.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Im vergangenen Jahr warb Yahoo die ranghohe Google-Managerin Marissa Mayer als neue Chefin ab. Diese präsentierte kürzlich für 2012 erstmals seit vier Jahren wieder ein Umsatzplus. Die Partnerschaft mit Google im Werbemarkt eröffnet auch die Chance für später weitergehende Allianzen. Yahoo könnte dann etwa die Suchmaschine von Google integrieren. Bislang allerdings läuft noch ein entsprechender Vertrag mit der Microsoft-Suchmaschine Bing.

Von

afp

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