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07.04.2014

06:36 Uhr

Konkurrenz zu Youtube und Netflix

Yahoo drängt ins TV-Geschäft

VonAxel Postinett

Heute schon Yahoo geguckt? Offenbar plant Marissa Mayer die Eigenproduktion von Online-TV-Serien im großen Stil. Damit soll der Durchbruch im TV-Werbemarkt gelingen. Ein Erfolg, den die Yahoo-Chefin dringend benötigt.

Marissa Mayer Anfang des Jahres bei der CES: Die Yahoo-Chefin ist entschlossen, den Internetkonzern in ein Online-Medienunternehmen mit starker Fokussierung auf Video und Unterhaltung zu verwandeln. AFP

Marissa Mayer Anfang des Jahres bei der CES: Die Yahoo-Chefin ist entschlossen, den Internetkonzern in ein Online-Medienunternehmen mit starker Fokussierung auf Video und Unterhaltung zu verwandeln.

Millionen-Publikum, Abonnement-Erlöse, Werbegelder: Der Online-Videodienst Netflix hat es mit der prämierten TV-Erfolgsserie „House of Cards“ vorgemacht, Buchhändler Amazon hat gerade mit der Produktion des einstündigen TV-Dramas „Bosch“ für seinen Videodienst „Prime“ in Los Angeles begonnen.

Google betreibt ein eigenes Ausbildungszentrum für angehende Youtube-Produzenten und kooperiert mit TV-Sendern. Jetzt will auch Yahoo am boomenden Geschäft mit selbstproduzierten Online-Video teilhaben.

Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtet, plant Marissa Mayer die Produktion vollformatiger Serien mit zehn Episoden. Jede Episode mit 30 Minuten Länge soll ein Budget bis in den Millionenbereich bekommen. Die TV-Angebote könnten schon Ende des Monats auf der Fernseh-Marketingmesse „NewFront“ in New York vorgestellt werden. Falls denn die Abschlüsse rechtzeitig zustande kommen: Mayer und ihre Marketingchefin Kathy Savitt sollen über einhundert Projekte in den vergangenen Monaten geprüft haben.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Aber noch ist offenbar nichts unterschrieben. Yahoo wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
Obwohl die Geschäfte bei Yahoo schlecht laufen wäre Geld kein Problem. Der erwartete Börsengang des chinesischen Web-Konzerns Alibaba wird Analysten zufolge bis zu zehn Milliarden Dollar in die Kassen von Yahoo spülen. Yahoo ist vertraglich verpflichtet, einen Teil seiner Alibaba-Aktien zu verkaufen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

07.04.2014, 09:20 Uhr

Man könnte zu dem Eindruck gelangen, Frau Mayer tänzele um das brachliegend wirkende Kerngeschäft von Yahoo herum, statt die ehemals robust wirkende Position von Yahoo wiederbeleben zu können.
Swift lesen und verstehen: zwei Seiten einer und der gleichen Medaille?
TV-Produktionen, gleich ob Online oder nicht, kosten Geld: je besser sie sind, umso mehr Geld kosten sie - mit Recht btw.
Frau Mayer scheint aufs Geldausgeben kapriziert zu wirken.
Vlt geht ja probieren über studieren...

Account gelöscht!

07.04.2014, 11:10 Uhr

Ich mag Marissa !

Sie ist eine adäquate Partnerin auf Augenhöhe mit einer atemberaubenden Optik. Dazu noch clever, intelligent, kompetent und mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet. Vor Jahren bin ich ihr einmal auf dem WEF in Davos persönlich begegnet. Einziges Manko ... leider schon vergeben.

Sie tut genau das richtige; ein etwas altbackenes Unternehmen durch gezielte Akquisitionen und eine neue Ausrichtung für eine jugendliche Zielgruppe wieder interessant zu machen. Das bestätigen mir zumindest die Gespräche mit all meinen jungen Mätressen.

Und die Stock Performance seit dem Marissa im Amt ist, spricht ja auch eine eindeutige Sprache und absolut für ihre Strategie. Heiß, heißer, Marissa. So einfach ist das. Over and out !

Account gelöscht!

07.04.2014, 11:15 Uhr

over and out: thats marissa, ur favoured girli...
honey , ur re absolut marvelloused...

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