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19.12.2012

18:38 Uhr

Konsortium

IT-Riesen schließen Pakt um Kodak-Patente

Die Schwergewichte Apple, Google, Microsoft, Samsung und andere Firmen haben die Digitalbild-Patente des insolventen Fotopioniers Kodak gemeinsam gekauft. Die Unternehmen haben aus dem Patentkrieg gelernt.

Für sein zukünftiges Geschäft hat Kodak noch rund 9600 Patente behalten. dapd

Für sein zukünftiges Geschäft hat Kodak noch rund 9600 Patente behalten.

RochesterEs ist ein einzigartiger Pakt, der Klagen mit Digitalfoto-Patenten von Kodak verhindern soll: Apple, Google, Samsung und andere IT-Schwergewichte haben sie gemeinsam gekauft. Und der insolvente Fotopionier bekam so 525 Millionen Dollar (rund 395 Millionen Euro) zusammen.

Damit kann Kodak Anfang 2013 das Insolvenzverfahren verlassen. Kodak musste mindestens eine halbe Milliarde Dollar für die Patente erzielen, damit die Banken das Geld für einen Neuanfang als Druck-Spezialist freigeben.

Absteiger Kodak

Filmriss droht

Niedergang, Pennystock, Insolvenzgerüchte: Kodak geht es so schlecht wie noch nie. Wie konnte es dazu kommen: 130 Jahre Unternehmensgeschichte im Zeitraffer.

Die Gründung

1881 gründet der Amerikaner George Eastman zusammen mit Henry Strong die Eastman Dry Plate Company, aus der elf Jahre später Eastman Kodak hervorgeht. Zunächst stellt das Unternehmen trockene Fotoplatten her.

Die erste Kamera

1888 kommt die erste Kodak-Kamera auf den Markt. Dank der 1900 eingeführten „Kodak Brownie“ wird Fotografieren massentauglich, die Kamera zum Preis von einem US-Dollar ist für jeden Hobbyfotografen erschwinglich.

Der Farbfilm

1935 bringt Kodak den ersten für Hobbyfotografen geeigneten Farbfilm auf den Markt.

Die Digitalkamera

1975 entwickelt der Ingenieur Steven Sasson die erste Digitalkamera für Kodak.

Kampf gegen Polaroid

1986 verliert Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Konkurrent Polaroid. Das führt neben einer Strafe in Milliardenhöhe zu einem bedeutenden Imageverlust und gilt als Wendepunkt in der Geschichte des Foto-Riesen.

Rekordzahlen

1991 erzielt das Unternehmen einen Rekordumsatz von 19,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bringt Kodak mit der „DC-100“ die erste Digitalkamera in den Handel. Massentauglich ist sie nicht – das Modell kostet 25 000 Mark.

Konzentration auf digitalen Markt

2004 stellt Kodak den Verkauf von Kleinbildkameras ein, um sich ganz auf den digitalen Markt zu konzentrieren.

Die Krise

2011 schreibt Kodak das vierte Jahr in Folge rote Zahlen.

Mit im Boot des Riesen-Konsortiums um den Patentverwerter Intellectual Ventures sind auch Facebook, Microsoft, der Smartphone-Spezialist HTC, der Blackberry-Anbieter RIM, eine Tochter des Online-Händlers Amazon, der chinesische Netzausrüster Huawei, der Software-Spezialist Adobe und der Kodak-Erzrivale Fujifilm. Das geht aus Unterlagen beim New Yorker Insolvenzgericht hervor, das dem Deal noch zustimmen muss.

In Medienberichten hatte es schon zuletzt geheißen, die Smartphone-Konkurrenten Apple und Google hätten sich zusammengetan, um die Kodak-Patente vom Markt zu holen. Kodak hält als ein Pionier auch der Digitalfotografie zahlreiche grundlegende Schutzrechte, die zur Waffe im aktuellen Patentstreit der Mobilfunk-Branche werden könnten.

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Das Unternehmen hatte sich deshalb einen hohen Erlös bei der Versteigerung seiner Patente erhofft. Beim Patentschatz des insolventen kanadischen Netzausrüsters Nortel hatte die Rivalität von Apple und Google im vergangenen Jahr den Preis bis auf 4,5 Milliarden Dollar hochgetrieben.

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