Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2016

05:07 Uhr

Konsortium mächtiger Investoren

Bietet Warren Buffett für Yahoo?

VonAxel Postinett

Wird das Orakel aus Omaha neuer Eigentümer von Yahoo? Warren Buffett soll laut Nachrichtenagentur Reuters an dem Internet-Pionier interessiert sein. Eine potenzielle Nachfolgerin für Marissa Mayer hätte er auch.

Warren Buffett (rechts) und Bill Gates, Aufsichtsratsmitglied seiner Holding Berkshire Hathaway. Kann Microsoft-Gründer Gates den Investmentstar Buffett bei einer Übernahme von Yahoo beraten? AP

Bill Gates und Warren Buffettt

Warren Buffett (rechts) und Bill Gates, Aufsichtsratsmitglied seiner Holding Berkshire Hathaway. Kann Microsoft-Gründer Gates den Investmentstar Buffett bei einer Übernahme von Yahoo beraten?

San FranciscoEigentlich hat 85-jährige Warren Buffett mit diese neumodischen Schnick-Schnack nichts am Hut. Seine Super-Holding Berkshire Hathaway hat riesige Aktienpositionen in Giganten der alten Welt wie Coca Cola, Wells Fargo oder dem Schokoriegel-Herrscher Mars. Der IT-Oldtimer IBM ist das höchste der Gefühle, wenn es um die moderne Welt der Informationsverarbeitung geht. Das Start-Up und Internet-Business war nie sein Ding, Buffett hielt sich an renditestarke und unterbewertete Unternehmen. Doch das scheint sich jetzt zu ändern. Wie Reuters unter Berufung auf „eingeweihte Kreise“ berichtet ist Buffett Teil eines Konsortiums, das für Yahoo bieten will. Mit an Bord sollen demnach auch der Gründer der Finanzplattform Quicken Loans, Dan Gilbert, sein. Weder Buffett, noch Quicken- oder Yahoo-Sprecher hätten laut Reuters auf Anfragen zu Kommentaren geantwortet. Immerhin: Auf der jüngsten Aktionärsversammlung räumte Buffett ein, dass er Nachholbedarf bei neuen Technologien als Investments habe.

Yahoo sucht seit Jahresbeginn nach einem Käufer für seine Kerngeschäftsfelder wie Suchmaschine, E-Mail, Sport- oder Nachrichtenseiten. Ziel ist es, alle Aktivitäten außer der milliardenschweren Beteiligung an den chinesischen Online-Riesen Alibaba loszuwerden. Danach wäre Yahoo nur noch eine reine Finanzanlage-Gesellschaft, und die Aktionäre könnten dann ihre Yahoo-Aktien (sprich eigentlich Alibaba-Aktien) verkaufen, ohne Steuern zahlen zu müssen, die angefallen wären wenn man Alibaba verkauft und die Gewinne nach Amerika zurückgeholt hätte. Der einzige Verlierer wäre also der amerikanische Steuerzahler.

Angeblich sind nach verschiedenen Medieninformationen bereits Gebote zwischen vier und acht Milliarden Dollar für die Yahoo-Geschäftsfelder eingegangen. Der Telekom-Konzern Verizon hatte in der Vergangenheit immer wieder sein Interesse verkündet. Er gilt seit langem als Favorit, unter anderem, weil er bereits AOL übernommen hat, was zu Yahoo passen würde, und auch bar bezahlen will. Das Yahoo-Board will sich nach Möglichkeit keine lästigen Aktienpakete einhandeln, auf denen man dann sitzenbleiben könnte. Auch der Betreiber der „Gelben Seiten“ in den USA, die YP Holding, wird als Bieter gehandelt. Nun hat offenbar auch der 85-jährige Buffett noch einmal seinen Hut in den Ring geworfen.

Gut informiert über Yahoo dürfte er ebenfalls sein. Susan Decker, bis 2009 in verschiedenen Top-Positionen bei Yahoo tätig, ist heute bei Buffett Finanzholding beschäftigt. Sie könnte die angeschlagene Vorstandschefin Marissa Mayer ersetzen, die Aktionärsaktivisten lieber heute als morgen gehen sehen wollen. Unter ihrer Führung war es nicht gelungen die fortschreitenden Marktanteilsverluste an Facebook, Google oder Twitter zu stoppen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×