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12.02.2004

08:02 Uhr

Konzern gibt weniger Marktanteil ab als erwartet

Telekom behauptet sich im Ortsnetz

Die Deutsche Telekom hat sich im Wettbewerb bei Ortsgesprächen besser geschlagen als erwartet. Bis Ende 2003 gab der Konzern in diesem Segment 15 % Marktanteil an die neuen Konkurrenten ab. Das geht aus dem gestern vorgelegten Jahresbericht der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hervor.

slo BONN. Ursprünglich hatten die Telekom und auch die Wettbewerber mit Marktanteilsverlusten von bis zu 20 % durch die neuen Dienste im Ortsnetz gerechnet. Seit April vergangenen Jahres können Kunden ihre Lokalverbindungen über das Netz eines Konkurrenten führen, ihren Telefonanschluss aber weiterhin bei der Telekom behalten.

Bis dahin konnten neben dem Ex- Monopolisten nur Wettbewerber mit eigenen Endkunden-Anschlüsse Ortsgespräche vermitteln. Auch der Marktanteil dieser meist regionalen Netzbetreiber stieg bei Ortsgesprächen im Jahresverlauf leicht. Die Telekom wickelt 75 % aller Gesprächsminuten im Ortsnetz ab, nach 93 % Prozent zu Jahresbeginn 2003.

Auf dem Markt für schnelle Internet-Verbindungen via DSL verlor der Konzern ebenfalls Marktanteile. Die Konkurrenten machten dagegen Boden gut und steigerten ihren Anteil im vergangenen Jahr von 6 auf 9 %.

Ob sich die Marktanteilsverluste auf die Ergebnisse der Telekom ausgewirkt haben, gibt der Konzern bei der Vorlage der Jahreszahlen Anfang März bekannt. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke deutete gestern bei einer Veranstaltung in Berlin lediglich an: 2003 sei für die Telekom ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen.

Das Festnetzgeschäft ist der wichtigste Umsatz- und Gewinnbringer der Telekom. Das Wachstum in dieser Sparte kommt in erster Linie durch schnelle Internet-Zugänge. In anderen Bereichen sinken die Umsätze dagegen teilweise, da beispielsweise das Gesprächsaufkommen im Festnetz seit etwa zwei Jahren sinkt. Einer der Gründe: Die Kunden telefonieren häufiger mit Handys.

Die Telekom-Branche insgesamt verzeichnete 2003 ein moderates Wachstum. Der Markt hatte nach Angaben der Regulierungsbehörde ein Volumen von 63,4 Mrd. Euro – 3 % mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitsplätze ist dagegen um 2,2 % auf 226 400 gesunken. Als Hauptgrund gab Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde, den Stellenabbau bei der Telekom an.

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