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17.01.2005

09:26 Uhr

Konzernchef Ellison will 5000 Mitarbeiter entlassen

Oracle greift bei Peoplesoft hart durch

VonTorsten Riecke

Wenige Stunden, bevor der US-Softwarekonzern Oracle eine der größten Massenentlassungen der Branche verkündete, trugen Mitarbeiter von Peoplesoft ihr Unternehmen mit Kerzen und Blumen bereits zu Grabe.

Konzernchef Larry Ellison will nach der Übernahme 5000 Mitarbeiter entlassen.

Oracle-Chef: Larry Ellison. Foto: dpa

HB NEW YORK. Kurz danach verkündete Oracle-Chef Larry Ellison, dass er insgesamt 5 000 Arbeitsplätze abbauen wolle. Die Mitarbeiter des gerade von Oracle übernommenen Konkurrenten Peoplesoft in Pleasanton/Kalifornien machen sich keine Illusionen: Sie tragen die Hauptlast der Jobverluste.

Zwar ließ Ellison die Details des Stellenabbaus noch im Dunkeln. Erst morgen will er in einer Pressekonferenz dazu Stellung nehmen. Der Oracle-Chef kündigte jedoch an, dass er mehr als 90 Prozent der 5 000 Produktentwickler und Support-Mitarbeiter behalten will. Dennoch gehen Experten davon aus, dass viele der 11 225 Peoplesoft-Angestellten gehen müssen. Hatte Oracle doch während des 18 Monate dauernden Übernahmekampfes verlauten lassen, dass man bis zu 6 000 Peoplesoft-Leute auf die Straße setzen werde.

Tad Piper, Analyst der Investmentgesellschaft Piper Jaffray & Co in Menlo Park, meint, dass Ellison diese Zahl nach wie vor im Auge habe und sie sukzessive erreichen werde. Peoplesoft hatte sich eineinhalb Jahre gegen einen Kauf durch Oracle gewehrt. Das Unternehmen musste sich jedoch geschlagen geben, nachdem Ellison den Preis auf 26,50 je Aktie erhöht hatte. Der Zusammenschluss beider Firmen wurde am 7. Januar formell vollzogen.

Die Massenentlassungen entsprechen neun Prozent der insgesamt 55 000 Beschäftigten von Oracle und Peoplesoft. Grund der drastischen Kürzungen ist Ellisons Ziel, den Oracle-Gewinn bis Mai 2006 um 400 Mill. Dollar zu steigern. Der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von knapp 10,2 Mrd. Dollar einen Reingewinn von 2,7 Mrd. Dollar. Ellison hofft, dass er mit der mehr als zehn Mrd. Dollar teuren Übernahme von Peoplesoft sowohl Umsatz als auch Ertrag verbessern kann. Zugleich will er so sein Geschäft mit Unternehmenssoftware aufmöbeln und Anschluss an den Marktführer SAP finden.

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