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11.01.2011

21:35 Uhr

Konzernchef Meyer muss gehen

AMD-Aufseher ziehen die Notbremse

VonJoachim Hofer

Der US-Konzern AMD hat die Schlacht um die Vormachtstellung auf dem Chip-Markt gegen Intel verloren. Vorstandschef Dirk Meyer musste deshalb seinen Hut nehmen. Obwohl er kein Interesse an dem Job hat, wird der deutsche Finanzchef Thomas Seifert bis auf weiteres die Konzernleitung übernehmen. Doch Investoren erwarten nur wenig Besserung.

AMD sucht einen neuen Chef. Nach zweieinhalb Jahren an der Spitze warf der bisherige Konzernlenker Dirk Meyer (undatiertes Handout) das Handtuch. dpa

AMD sucht einen neuen Chef. Nach zweieinhalb Jahren an der Spitze warf der bisherige Konzernlenker Dirk Meyer (undatiertes Handout) das Handtuch.

MÜNCHEN. Es war im Herbst 2005, da verkündete der damalige AMD-Chef Hector Ruiz im Gespräch mit dem Handelsblatt ein ambitioniertes Ziel: "In den nächsten drei Jahren wollen wir mit unseren Prozessoren einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen." Selbstbewusst fügte der Manager hinzu, dies sei nur ein Zwischenschritt, "denn wir möchten noch deutlich stärker werden."

Gut fünf Jahre später allerdings dümpelt der Marktanteil des US-Konzerns den Marktforschern von i-Suppli zufolge bei lediglich elf Prozent. Erzrivale Intel dominiert das Geschäft noch immer und stattet vier von fünf Rechnern weltweit mit seinen Prozessoren aus, den Gehirnen der Computer.

Ruiz musste im Sommer 2008 gehen, weil er seine vollmundig verkündeten Ziele nicht erreicht hat. Zu Wochenbeginn hat es nun auch seinen Nachfolger Dirk Meyer erwischt. Der 49-Jährige habe AMD durch eine schwierige Zeit geführt, erklärte Verwaltungsratschef Bruce Claflin. Jetzt sei es allerdings an der Zeit, "um für unsere Aktionäre wachsenden Wert zu schaffen". Für den Konzern gehe es künftig um Wachstum, Marktdominanz und überdurchschnittlich hohe Gewinne. "Wir glauben, dass ein Führungswechsel zum jetzigen Zeitpunkt die Chancen verbessert, diese Ziele zu erreichen."

In den vergangenen Monaten hat sich die Situation verschärft für AMD. Mit dem Boom der Tablet-PCs und Smartphones ist es nicht mehr nur der langjährige Gegenspieler Intel, der den Kaliforniern zu schaffen macht. Die populären Mini-Rechner werden mit Prozessoren von Konkurrenten wie ARM, Nvidia und Qualcomm bestückt. Intel übernimmt gerade die Mobilfunksparte von Infineon, um Know-how in diesem Wachstumsbereich zu bekommen. AMD hingegen hinkt - wie schon öfter - hinterher.

Kommentare (1)

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Come on AMD, go, go, go, ....

12.01.2011, 01:07 Uhr

Zitat: "Die meisten Chiphersteller stehen derzeit besser da als AMD"

Lol, bei dem aktuellen Rückschritt in der Technik haben die Gurken, wie ARM und so, wieder Hochzeit. Vor AMD stehen die aber keinesfalls, sonst hätte ich nicht nur AMD-Prozessoren im Einsatz ;-) intel ist einfach keine Alternative...

Leider gibt es aber auch von AMD immer noch nicht den stackable Chipprozessor mit ein paar eingebauten Ethernets in der Zigaretten/Streichholzschachtel zum schnellen Zusammenstecken eines Clusters :-) Grafik braucht man doch bloss einmal beim Userinterface, oder? Und den Rundum-Kugelbildschirm hat bisher auch noch keiner heraus gebracht.

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