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13.01.2005

08:50 Uhr

Konzernschef hofft auf Trend zu positiverer Erlös-Entwicklung

Reuters erwartet leichten Umsatzrückgang

Der Nachrichten- und Informationskonzern Reuters geht davon aus, dass sich der seit drei Jahren anhaltende Umsatzrückgang des Unternehmens im ersten Quartal verlangsamen wird.

HB LONDON. In einem am Donnerstag in London veröffentlichten Zwischenbericht ging der weltgrößte börsennotierte Anbieter von Finanzmarktnachrichten und -daten davon aus, dass sich die Erlöse im Kerngeschäft in den ersten drei Monaten um rund 1,5 % verringern werden. Das Unternehmen übertraf damit etwas die Erwartungen von Experten. Eine Gruppe von sieben befragten Analysten hatte im Schnitt damit gerechnet, dass Reuters einen Umsatzrückgang von etwa 1,9 % prognostizieren würde.

Im ersten Quartal des Vorjahres waren die regelmäßigen Einnahmen aus dem Verkauf von Nachrichten und Daten an Abonnenten - dem Kerngeschäft von Reuters - noch um 8,4 % und im Auftaktquartal 2003 um 9,1 % zurückgegangen. Viele Investoren erwarten, dass Reuters im Verlauf dieses Jahres die Wende schafft und wieder steigende Einnahmen verzeichnen wird. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, lag die Zahl der Abbestellungen im vierten Quartal 2004 über der der Neuverträge. Gleichwohl sei auch hier verglichen mit den letzten drei Monaten 2003 eine „ansehnliche Verbesserung“ zu erkennen. „Ich bin erfreut, dass unser stetiger Fortschritt hin zu positiven Umsätzen anhält“, sagte Reuters-Chef Tom Glocer.

Im dritten Quartal 2004 hatte die Zahl der Neuverträge erstmals seit dreieinhalb Jahren die der Kündigungen übertroffen. Die letzten drei Monate eines Jahres gelten in der Branche als besonders schwierig, weil diese Zeit von vielen Banken für die Beendigung von Verträgen genutzt wird.

„Das sieht ganz beruhigend aus“, sagte Analyst Meg Geldens von Investec zu dem Zwischenbericht. „Das dritte Quartal war der Durchbruch, aber es war nicht zu erwarten, dass auch das vierte Quartal positiv sein würde.“ Reuters-Aktien legten am Donnerstag im frühen Handel in London um rund drei Prozent zu auf 393 Pence.

Der mehr als 150 Jahre alte Konzern leidet seit rund drei Jahren unter sinkenden Umsätzen, da die beiden wichtigsten Kundengruppen - die Finanz- und die Medienbranche - seitdem selbst in der Krise stecken und massiv Kosten senken. Mit der allmählichen Erholung der Bankenbranche hat sich der Abwärtstrend auch bei Reuters verlangsamt.

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