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05.12.2013

07:03 Uhr

Kooperation mit Twitter

Die Deutsche Telekom zwitschert sich einen

VonChristof Kerkmann

Tausche Aufmerksamkeit gegen Ideen: Die Deutsche Telekom arbeitet künftig eng mit Twitter zusammen. Der Internet-Dienst bekommt auf Smartphones des Konzerns eine prominente Position – und bringt dafür Innovationen mit.

Twitter will künftig noch mehr deutsche Smartphone-Nutzer begeistern. dpa

Twitter will künftig noch mehr deutsche Smartphone-Nutzer begeistern.

DüsseldorfVielleicht liegt es an den vielen langen Wörtern. Bislang begeistern sich nur wenige Deutsche für Twitter, den Internet-Dienst mit den 140 Zeichen kurzen Meldungen. Eine strategische Partnerschaft könnte der US-Firma zu mehr Anhängern im Land der Dichter und Denker verhelfen.

Die Deutsche Telekom wird auf dem Frühjahr auf vielen Smartphones eine Art Nachrichtenticker installieren, in den Twitter-Meldungen – Tweets – einfließen. Der Bonner Konzern profitiert im Gegenzug von attraktiven Inhalten und etwas Silicon-Valley-Glanz.

Die Telekom will auf mobilen Geräten mit dem Betriebssystem Android „ein optimiertes Nutzererlebnis“ bieten, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. So erhielten Nutzer auf dem Startbildschirm „einen direkten Blick auf das aktuelle Geschehen – sei es in Politik, Wirtschaft, Sport oder in der Welt der Prominenten“.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Wichtig: Auch Kunden, die nicht bei dem Dienst registriert sind, können auf die Nachrichten zugreifen. Sie sehen ausgewählte Tweets, etwa von twitternden Medien oder der Telekom selbst. Es gebe aber noch „keine fertige Liste“, teilte die Telekom mit.

Auch andere Details sind noch offen. So ist unklar, auf welchen Smartphone-Modellen die Anwendung installiert wird und wann es losgeht. Ziel sei es, den Massenmarkt zu erreichen, sagte Heikki Markijarvi, der bei der Telekom für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder zuständig ist.

Auch die Software ist noch in der Entwicklung. „Wir entscheiden jetzt nicht für die nächsten fünf Jahre“, betonte Makijarvi gegenüber dem Handelsblatt. „Das ist eine Kooperation im Silicon-Valley-Stil, nicht im Telekom-Stil.“

Kommentare (5)

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Unterschichten-Belustigung

05.12.2013, 08:35 Uhr

Ich verstehe den Hype um Twitter nicht. Ich habe es mir angesehen. Sowas von langweiliges Medium.

RidiKuel

05.12.2013, 08:59 Uhr

... und das kommmt beim Anmelden einer Mobilnummer (T-Online, O2)als Antwort:

Sorry, wir haben noch keine Verbindung zu Deinem Betreiber!

Was soll das Affentheater, machts richtig oder lasst es sein...

nunja

05.12.2013, 09:20 Uhr

"Die Deutsche Telekom zwitschert sich einen"
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Einen?

Die wird ihr altmodisches Vertriebskonzept weiterverfolgen, bis sie aus dem letzten Loch pfeift.

Aber damit steht sie nicht alleine da.

Wir werden vlt noch Zeugen der Konsequenzen von Prozessen, die da ganz offenkundig vielen aus dem Ruder gelaufen scheinen.

Und danach? wird auch kein Hahn mehr danach krähen, wie das heute mal war, was morgen gestern genannt werden wird.

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