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08.04.2014

17:32 Uhr

Kot & Köter

Ein Magazin für Hundehasser

VonStefan Winterbauer
Quelle:Meedia.de

Als bekennender Hundefeind zog der Journalist Wulf Beleites einst durch die Talkshows der Republik. Aus einem Witz macht er jetzt ein Magazin. Finanzielle Starthilfe für „Kot & Köter“ gibt eine Internetplattform.

Wulf Beleites macht aus einem satirischen Witz ein Magazin. Meedia.de

Wulf Beleites macht aus einem satirischen Witz ein Magazin.

Köln“Kot & Köter”, die Zeitschrift für den deutschen Hundefeind, begann als Witz. In den 90er Jahren tingelte der Journalist Wulf Beleites mit dem angeblichen Hundehasser-Heft durch Talkshows wie “Schreinemakers live” und zog als bekennender Hundefeind den Volkszorn auf sich. Dabei war das ganze ein Satire-Projekt, um die Themenquatsch-Maschinerie der Talkshows vorzuführen, was auch einigermaßen gelang. Als Beleites die Aktion aufklärte, sagte er 1998 im NDR: „So eine Zeitschrift hat auf dem Markt überhaupt keinen Platz. So eine Zeitschrift wird es nie geben.“

Nun gibt es “Kot & Köter” doch und Beleites ist schwer damit beschäftigt, die 1.000 gedruckten Nullnummern einzutüten und an Abonnenten und Unterstützer zu versenden. 850 Abonnenten hat er eingesammelt, die bereit wären viermal pro Jahr 7,80 Euro für die Hundefeindschrift hinzublättern. Wunschvorstellung von Beleites wäre eine Auflage von 5.000 Heften, dann könnte er sogar bescheidene Honorare zahlen. Bislang ist Hundehass-Journalismus offenbar noch eine brotlose Kunst.

Beleites hat das Projekt im vergangenen Jahr anlässlich des Journalistentages der Gewerkschaft Deutsche Journalisten Union (dju) aufleben lassen. Beleites selbst ist stellvertrtender dju-Bundesvorsitzender und er erklärte sich bereit, einen Selbstversuch in Sachen Crowdfunding zu unternehmen: Kot & Köter. Und was steht nun drin im Heft für Hundehasser? Eine Story dreht sich darum, dass der verstorbene Liedermacher Georg Kreisler statt Tauben, eigentlich Hunde im Park vergiften wollte (“Tauben vergiften im Park” ist eines von Kreislers bekanntesten Liedern). „Die Wiener Kulturgeschichte muss umgeschrieben werden“, heißt es im Blatt mit zahlreichen Anspielungen auf den Skandal rund um die gefälschten Hitler-Tagebücher.

Weitere Themen: „Jute statt Plastik: Die Grünen fordern Schluss mit den herkömmlichen ‘Gassi-Beuteln’ und setzen auf ein ökologisches Umdenken“, „Das Private ist politisch, und der Hund noch politischer – Warum Gefahr von ‘Gefährte’ kommt“, „Der elektronische Schäferhund – ‘Bei Näherkommen wird das Bellen aggressiver’“, „Der Nuttenpudel – Nur im Reservat der zwischenmenschlichen Käuflichkeit erfüllt der Pudel einen legitimen Auftrag“, „Der Hund als Untergebener – Ein Text von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1922“, „Der Weg allen Fleisches – Wissenschaftliche Untersuchung der Uni Gießen zu den weltweiten Hunderezepten + dem Festtags-Menü zum Tag des Hundes (1.6.14)“ sowie der Kot & Köter Fortsetzungsroman „Der Hundemörder“ von Jens Bergmann.

Es geht also erkennbar unernst zu im Zentralorgan der deutschen Hundefeinde. Beleites selbst schreibt dazu in seinem Editorial: „Wir wollen anprangern, abmahnen. austeilen. Wir wollen auf stinkende Probleme hinweisen, über verschrobene Mentalitätsduselei herziehen, von bescheuerten Ereignissen berichten: satirisch – bissig – realistisch. Wir wollen übertreiben, weil nur mit Übertreibung die Realität sichtbar wird, die Missstände aufgezeichnet werden.“ Wer spitz wie Nachbars Lumpi auf Kot & Köter ist, sollte diese Website ansteuern: www.kotundkoeter.de.

Kommentare (6)

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08.04.2014, 17:55 Uhr

wenn ihr keine andere Probleme als "Koeterkot" habt gehts es Euch gut. Meine Hunde sind und waren meine besten Freunde. Meine menschliche "Freunden" haben mich mei stens ausgenutzt, belogen und betrogen.

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08.04.2014, 17:58 Uhr

wenn ihr keine andere Probleme als "Hundekoeter" habt, geht es Euch gut. Meine Hunde die ich habe und nicht mehr habe waren meine besten Freunden. Meine 'menschliche Freunden" haben mich nur ausgenutzt, belogen und betrogen.

Account gelöscht!

08.04.2014, 18:01 Uhr

Endlich mal eine Zeitschrift die Deutschland wirklich braucht. Die vielen Hundehalter, die die Hinterlassenschaften iher vierbeinigen Lieblinge einfach auf der Straße liegen lassen mit der Begründung, dass werde freilich durch die (lächerlich niedrige) Hundesteuer abgedeckt sollten sich mal richtig schämen. Und denkt an die Menschen (v.a. auch kleine Kinder) die von Kötern gebissen und schwer verletzt oder gar getötet wurden. Oft kann man nicht mal an einer Straße entlanggehen ohne von diesen aggressiven Tieren lautstark angebellt zu werden. Und dann darf man sich noch anhören: "der will doch nur spielen". Ich aber nicht und schon gar nicht mit so einem Mistvieh.

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