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13.06.2014

13:42 Uhr

Krautreporter

Die Crowd finanziert eine neue Form des Journalismus

Bis zum Ende zitterten die Krautreporter, nun ist es offiziell: Sie haben 900.000 Euro per Crowdfunding gesammelt, um einen Journalismus für Leser zu realisieren und dem derzeitigen Journalismus etwas entgegen zu setzen.

Sebastian Esser, der Initiator des Web-Magazins „Krautreporter“: Durch Unterstützung in letzter Minute haben die Krautreporter ihr Ziel erreicht – fast 15.000 Unterstützer zu sammeln. dpa

Sebastian Esser, der Initiator des Web-Magazins „Krautreporter“: Durch Unterstützung in letzter Minute haben die Krautreporter ihr Ziel erreicht – fast 15.000 Unterstützer zu sammeln.

BerlinDas Projekt Krautreporter hat es geschafft: Im Internet sammelten die Macher fast eine Million Euro für ein neues Online-Magazin. Am frühen Freitagnachmittag erreichte Krautreporter das Ziel von 15 000 Unterstützern, es kamen 900 000 Euro zusammen. Es war ein Endspurt einen halben Tag vor Ablauf der gesetzten Frist. Krautreporter soll allein von Lesern finanziert werden und ohne Werbung auskommen. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein journalistisches Projekt dieser Größe so finanziert wird.

Hinter Krautreporter stehen 28 Journalisten, darunter bekannte Köpfe wie der Medienkritiker Stefan Niggemeier, der Fernsehjournalist Richard Gutjahr oder der Blogger Thomas Wiegold, der als Experte für Militärthemen gilt. Die Redaktion will lange Texte und intensive Recherchen liefern. „Der Online-Journalismus ist kaputt“, erklärten die Macher zu Beginn der Sammelaktion. Ihr Vorgehen stieß auch auf Kritik. Es wurde bemängelt, dass unter 28 Redaktionsmitgliedern nur sechs Frauen sind und dass die Details des Projekts vage blieben.

Die Rezepte von Buzzfeed und Co

Neue Portale im Netz

Ob Buzzfeed, Upworthy oder heftig.co: Mehrere neue Portale zielen darauf, ihre Texte vor allem über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu verbreiten. Mit klassischem Journalismus haben die Angebote wenig zu tun – sie locker aber viele Leser an. Mit diesen Tricks arbeiten die Macher.

Emotionen
Kuriositäten

Auch Kuriositäten ziehen, etwa „24 Tiere, die Yoga machen“ oder „Er wog 560 Kilogramm: Der schwerste Mann der Welt ist tot“.

Themen aus dem Alltag

Was nicht emotional oder skurril ist, berührt häufig den Alltag der Leser. Kostprobe: „Diese Bilder zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich 200 Kalorien aussehen können“, nach einem Klick ist eine Galerie mit Lebensmitteln von Äpfeln bis Gummibärchen zu sehen.

Schlagzeilen als Köder

Alle Portale setzen extrem auf klickoptimierte Überschriften. Dahinter verbergen sich indes meist dürre Artikel, in die eine Bildergalerie oder ein Youtube-Video eingebunden ist. Oft sind die Themen nicht aktuell, sondern geistern schon länger durchs Netz.

Reichweite mit Facebook und Co

Die Portale locken viele Leser über soziale Netzwerke auf ihre Artikel – je häufiger ein Link geteilt wird, desto besser. Dementsprechend sind die Überschriften darauf getrimmt, dass die Nutzer sie gerne weiterverbreiten.

Von

dpa

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