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01.05.2012

20:32 Uhr

Krise bei RIM

Blackberry will zurück zum Markenkern

VonAxel Postinett

Der neue RIM-Chef Thorsten Heins soll den schwer angeschlagenen Smartphone-Hersteller zurück in die Erfolgsspur bringen. Entwicklern und Analysten hat er nun seine Strategie präsentiert.

RIM-Konzernchef Thorsten Heins erklärt den Zuhörern in Orlando seine Reformpläne. Reuters

RIM-Konzernchef Thorsten Heins erklärt den Zuhörern in Orlando seine Reformpläne.

OrlandoUnsicher betritt Thorsten Heins die Bühne. Mit krächzender Stimme hebt der imposante 2-Meter-Mann an zur wohl wichtigsten Keynote seiner bisherigen Laufbahn. Er ist der neue CEO von RIM, dem Smartphonehersteller mit dem Rücken zur Wand. Der Druck ist groß, die über tausend anwesenden Entwickler, Analysten und Journalisten erwarten nicht weniger als ein Wunder von ihm.

Direkt zu Beginn: Das Wunder blieb aus. Blackberry wird sich mit aller Kraft auf seinen Kernbereich fokussieren, auf Effektivität in der Kommunikation. „Unsere Nutzer konzentrieren sich auf Erfolg“, erklärte Heins, der im Verlauf des Vortrags sichtlich an Sicherheit gewann. Blackberry wird sich auf Hardware, Software und die Cloud konzentrieren und wird alles rund um die Inbox konzentrieren, den elektronischen Briefkasten, in dem im neuen Betriebssystem Blackberry 10 sämtliche Kommunikationsstränge zusammenlaufen werden. Alle Ereignisse werden auf den ersten Blick übersichtlich aufgelistet, der Nutzer kann dann entscheiden, ob er reagieren will, oder nicht. Dabei muss er nicht mehr verschiedene Applikationen oder Programme aufrufen, alle Apps werden im Hintergrund laufen und sofort ansprechbar sein.

Live-Twitter aus Florida: Blackberry am Scheideweg

Live-Twitter aus Florida

Blackberry am Scheideweg

Thorsten Heins, der neue CEO des Blackberry-Herstellers RIM muss Softwareentwicklern und Partnern klar machen, warum das Unternehmen eine Zukunft hat. Handelsblatt Online berichtet von der Blackberry World in Orlando.

Die neue Benutzeroberfläche, von der nur eine erste Demo zu sehen war, wirkt aufgeräumt und sehr intuitiv, praktisch alle Funktionen waren auf dem 4,2-Zoll-Bildschirm des Alpha-Testgeräts mit dem Daumen der Hand ausführbar, mit der das Gerät auch gehalten wird. Der Manager unterwegs, die Aktentasche in der einen, den Blackberry in der anderen Hand: das war und ist wieder die Zielgruppe der Kanadier unter neuer deutscher Leitung.

Mit Szenenapplaus bedacht wurde die neue Bildschirmtastatur, die Wortvorschläge über dem letzten getippten Buchstaben macht. Will man ihn annehmen, „wischt“ man mit dem Daumen das Wort nach oben in den Text, Zuversicht weckte ebenso eine neue Kamerasoftware, die eine ebenso intelligente wie intuitive Möglichkeit der Bildkontrolle bietet. „Es ist hart zu sagen, wie es wirklich aussieht, bevor wir das Endergebnis in der Hand halten, so Michael Gartenberg,  Analyst bei Gartner, in Orlando gegenüber dem Handelsblatt. „Aber RIM hat die Aufmerksamkeit wieder bekommen. Heins hat das geliefert, was von ihm erwartet worden ist.

Blackberry 10, so der Name des Betriebssystems, soll aber nicht nur Smartphones und Tablets steuern. „Die Möglichkeiten sind unbegrenzt“, so Heins, als er einen Porsche mit Blackberry-Infrastruktur präsentiert. „Das ist kein Betriebssystem, sondern eine völlig neue Mobile-Computing-Plattform.“ BB10 in Autos, Kühlschränken oder auf dem Schreibtisch-PC? Bereits während der jüngsten Konferenzschaltung zu den Quartalszahlen hatte Heins angesprochen, dass man für jede Art von Partnerschaften bereit sei. Auch eine Lizenzierung des Systems sei denkbar.

Aber hier liegt auch das Problem: Die Demonstrationen in Orlando zeigten klar, dass RIM noch immer im Spiel ist, was die Expertise, die Technik und die Details angeht. Aber irgendwann muss auch geliefert werden. Blackberrys mit dem System 10 werden „später im Jahr“ verfügbar sein, wiederholte Heins lang bekannte Äußerungen, ohne weiter konkret zu werden.

Einziges Zeichen, dass es der Serienreife entgegengeht: Alle Software-Entwickler bekamen eine „Alpha-Version“ des Smartphones mit nach Hause, 4,2-Zoll-Bildschirm, die Hardware-Plattform des Tablets Playbooks und 1280 x 768 Punkte Bildschirmauflösung. Heins will sicherstellen, dass in den Studios mit der Entwicklung auch wirklich begonnen wird. Sonst steht er „später im Jahr“ ohne Software da. Dann nützen all die schönen Features wenig.

Kommentare (1)

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BBrulez

01.05.2012, 23:43 Uhr

Ich finde diesen Artikel absolut überzogen. Die Stimmung hier in Orlando ist sehr gut und die Roadmap sessions waren alle ueberragend, Ich frage mich ob der Autor nur am Pool gesessen hat oder anderen Hobbys nachgegangen ist, vielleicht ist ihm der Jet Lag auf die Leber geschlagen!

Die Blackberry Community is immer noch da und die Marke ist weiterhin erfolgreich!

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