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10.05.2013

16:23 Uhr

Kriselnder PC-Hersteller

Dell-Großaktionäre torpedieren Übernahme durch Gründer

Gründer Michael Dell will die Aktionäre des PC-Herstellers auszahlen und den Konzern von der Börse nehmen. Doch damit sind zwei Dell-Großaktionäre nicht einverstanden – und haben einen eigenen Vorschlag entwickelt.

Zwei Großaktionäre von Dell torpedieren die Pläne von Gründer Michael Dell. ap

Zwei Großaktionäre von Dell torpedieren die Pläne von Gründer Michael Dell.

New YorkZwei Großaktionäre des PC-Herstellers Dell haben einen Gegenentwurf zum Übernahmeplan des Gründers Michael Dell vorgestellt. Dem am Freitag veröffentlichten Vorschlag zufolge sollen bisherige Aktionäre ihre Anteile behalten können und zwölf Dollar in bar oder neuen Aktien bekommen. Urheber des Plans sind der größte außenstehende Aktionär Southeastern Asset Management sowie Milliardär Carl Icahn.

Michael Dell will den Anteilseignern ihre Aktien für 13,65 Dollar pro Stück abkaufen und den Computerkonzern anschließend von der Börse nehmen, um ihn ohne die Einmischung anderer Aktionäre radikal umbauen zu können. Dell kämpft mit massiven Problemen, weil der Markt für Notebooks und Desktop-Computer rapide schrumpft. Die Nutzer greifen lieber zu Smartphones und Tablets. Schon zuletzt hatte Dell den Anteil von Dienstleistungen und Software am Geschäft ausgebaut.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Der Unternehmensgründer kontrolliert zusammen mit Verbündeten rund 16 Prozent der Anteile. Ihm gegenüber stehen Southeastern und Icahn mit zusammengenommen etwa 13 Prozent. Sie werfen Michael Dell vor, die anderen Aktionäre über den Tisch ziehen zu wollen mit einem Angebot, das den Computerbauer unterbewerte. Da keine der beiden Seiten eine absolute Mehrheit besitzt, sind sie darauf angewiesen, andere Anteilseigner von ihrem jeweiligen Plan zu überzeugen.

Southeastern und Dell würden unter ihrem Plan versuchen, weitere Anteile an Dell zu bekommen. Sie erklärten, bei der vorgeschlagenen Sonderausschüttung Aktien statt Barem zu wählen. Um die Ausschüttung zu finanzieren, soll Dell neue Schulden in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar aufnehmen.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge hatte sich der Verwaltungsrat von Dell eine ähnliche Idee bereits durch den Kopf gehen lassen und verworfen. Es sei zu riskant, Dell weiterhin an der Börse zu lassen und das Unternehmen gleichzeitig mit Schulden zu belasten. Allerdings funktioniert die 24,4 Milliarden Dollar schwere Komplettübernahme durch Michael Dell auch nur durch Kredite, die letztlich das Unternehmen abstottern müsste.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.05.2013, 19:32 Uhr

Wie man es auch dreht und wendet,der Umbau des Unternehmens konmmt im Grunde schon zu spät.Wenn überhaupt.

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