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06.10.2016

09:00 Uhr

Künstliche Intelligenz ohne Futter

Warum Salesforce dringend Twitter braucht

VonAxel Postinett

Künstliche Intelligenz ohne Daten ist wie ein Motor ohne Benzin. Deshalb ist der Cloud-Anbieter Salesforce auf der Jagd nach Twitter. Die Milliardenakquisition soll die Zukunft des Unternehmens sichern.

Salesforce-Chef Marc Benioff will mit den Meta-Daten von Twitter sein Kerngeschäft zukunftsfähig machen. Reuters

Cloud-Anbieter unter Druck

Salesforce-Chef Marc Benioff will mit den Meta-Daten von Twitter sein Kerngeschäft zukunftsfähig machen.

San FranciscoNein, eine Nummer kleiner geht es nie, wenn Marc Benioff involviert ist: „Einstein“ – ganz bescheiden nennt er die künstliche Intelligenz, mit der er die Vertriebsorganisationen der Unternehmen der Welt revolutionieren will. Mit dessen Entwicklung begann die Stanford-Absolventin Shubha Nabar vor zwei Jahren „in einem kleinen Keller mit fünf Leuten“, wie sie sagt. Jetzt steht die Direktorin Data Science von Salesforce vor tausenden Business-Spezialisten auf der Bühne des Moscone Centers und präsentiert die Zukunft der Verkaufsorganisation.

Einstein, ein integrierter Bestandteil der neuen Cloud-Plattform für das Management von Kundenbeziehungen, durchsucht die gesammelten Daten eines Unternehmens aus allen Quellen. Das können die Adressbücher und Vertriebsberichte sein, die Kundendatenbank, Social-Media-Plattformen oder die Wettervorhersagen. Es muss nur sinnvoll sein.

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Die Interessenten stehen bei Twitter Schlange: Unternehmen von Microsoft bis Disney denken über einen Kauf des Zwitscherdienstes nach. Am sinnvollsten wäre so ein Milliardendeal aber wohl nur für ein einziges Unternehmen.

Ausgefeilte und selbstlernende Algorithmen analysieren, was sie vorfinden. Und bewerten am Ende jeden Kontakt mit einem „Score“. Da kann dann zum Beispiel aus dem Nichts eine Vertriebsmanagerin eines Unternehmens auftauchen, die auf einer Social-Media-Plattform eine Konkurrenzfirma erwähnt und eine Woche zuvor die Produktpräsentation des eigenen Unternehmens angeschaut hat. Erste Kontaktdetails liefert das Social-Web, weitergehende wertvolle Daten über das Verkaufsziel gibt es dann zum Beispiel von Linked-In, der weltgrößten Datenbank für Geschäftsleute, Wissenschaftler oder Studenten.

Heftige Vertriebsschlachten

Doch darin liegt ein Problem. LinkedIn, mit 450 Millionen Kontaktkarten von Geschäftsleuten weltweit das Rückgrat jeder modernen Vertriebsorganisation, wird gerade von Microsoft gekauft. Der Konzern aus Redmond in Washington ist das größte Softwareunternehmen der Welt, mit Azure ein Top-Player im Cloud-Markt hinter Amazons AWS und mit Office und all seinen Businessprogrammen führender Lieferant von Unternehmenssoftware. Microsofts Dynamic CRM ist neben Oracle der gefährlichste Konkurrent für Salesforce. Sollten dessen Kunden in Zukunft von Linked-In abgeschnitten werden, wäre der Effekt verheerend.

Microsoft verneint solche Pläne zwar, aber Benioff bleibt skeptisch. Und das zu recht. Für jedes Unternehmen im Business-to-Business-Vertrieb wäre ein Verlust dieser Datenquelle ein schwerer Schlag. Der Salesforce-Chef hat deshalb bereits öffentlich gegen die 26 Milliarden Dollar schwere Übernahme protestiert. Doch damit wird er wohl maximal erreichen, dass die Kartellbehörden den Windows-Hersteller verpflichten, einen diskriminierungsfreien Zugang zu dem Netzwerk zu garantieren. Noch nie hat Microsoft so viel Geld auf einmal ausgegeben.

Zehn Tipps für mehr IT-Sicherheit

Geschäftsleitung involvieren

Oft beschneidet das Management aus Renditegründen das Budget. Daher: Informieren und sicherstellen, dass die Firmenlenker die Tragweite des Sicherheitsprojekts erkennen.

Bestandsanalyse durchführen

Geräte und Lösungen sowie ihre Eignung für die Abwehr von Cyberattacken katalogisieren - ebenso Rechteverwaltung, Sicherheitsbewusstsein sowie interne und externe Gefahren.

Einsatzteam aufbauen

Eine zentrale Abteilung stimmt alle sicherheitsrelevanten Punkte aufeinander ab. Silos sind wenig effizient und übersehen Sicherheitslücken. Ratsam: einen Chief Information Security Officers ernennen.

Sicherheitsstrategie entwickeln

Wie viel darf welche Sicherheitsmaßnahme kosten, welche Risiken werden in Kauf genommen? Anschließend Budget- und Personal-Szenarien entwerfen.

Budgets verhandeln

Je früher Führungskräfte in das IT-Sicherheitsprojekt eingebunden sind, desto besser können sie nötige Ausgaben nachvollziehen - und desto konstruktiver gestalten sich Verhandlungen.

Sicherheitsrichtlinien ausarbeiten

Und zwar unternehmensweit: Diese sollten auch alle notwendigen Compliance- und sonstigen gesetzgeberischen Aspekte berücksichtigen.

Systeme und Updates installieren

Nicht nur moderne Systeme und Lösungen, die es mit fortschrittlichen Attacken aufnehmen, sind essenziell - aktuelle Updates sind es ebenfalls.

Schulungen vorsehen

Auf Basis eines mittelfristigen Schulungsplans festlegen: Wer wird wie oft zu welchen Themen aus- beziehungsweise fortgebildet?

Der Geschäftsleitung berichten

Dann bleibt sie dem Sicherheitsprojekt gewogen. Eine grafische Aufbereitung der Sicherheitslogs sensibilisiert nachhaltig.

Kontrollschleife einbeziehen

Regelmäßig die Effizienz neuer Maßnahmen und Strukturen durchleuchten. Dabei neue Gefahren, Lösungen am Markt sowie Organisationsveränderungen berücksichtigen.

Quelle

Schluss mit dem Silodenken: Geht es nach den Experten von Dell, sollten Mittelständler ihre Sicherheitsstrategie im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Projekts auf einheitliche Füße stellen - und zwar mit folgenden zehn Schritten (erschienen im Magazin creditreform 06/2016):

Die Spannungen in der Welt der Unternehmenssoftware sind dieser Tage mit Händen zu greifen. Oracle, Microsoft, Amazon, Oracle und SAP befinden sich in heftigen Vertriebsschlachten mit Newcomern wie Salesforce oder Workday. Oracle alleine hat gerade erst über neun Milliarden Dollar in eine Cloud-Firma investiert, um schneller aufzuholen.

Dabei geht es um den Umzug der Unternehmenstechnologie in die Internet-Cloud, ein Markt im Wert von einer Billion Dollar. Aber das ist nur der erste Schritt. Der zweite ist die fundamentale Neugestaltung der Prozesse und Business-Praktiken. Konservative Unternehmen digitalisieren einfach nur alte Prozesse und machen sie schneller. Innovative Unternehmen überdenken ihre Prozesse von Grund auf, so wie mit der Einführung von selbstlernenden Maschinen und künstlicher Intelligenz wie Einstein.

Kommentare (2)

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Frau mona mariposa

06.10.2016, 09:21 Uhr

Bin gespannt, wie hoch die Geldstrafen für Glyphosat etc. ausfallen werden. Es gibt ja auch jede Menge "Geschädigte" , Verbraucher, Farmer, Händler etc.

Lothar dM

06.10.2016, 10:03 Uhr

Es entstehen immer mehr USA beheimatete globale Monopolisten bzw. marktbeherrschenden Unternehmen (Ebay, Amazon, Google, uber, Starbucks etc). Sollte das in bälde auch im Automobilbereich so laufen, dann gute Nacht D und EU. Europa wird mehr und mehr zur (nur noch) verlängerten Werkbank der USA ... um was kümmern sich eigentlich die EUrokraten in Brüssel und die Merkel-Truppe in Berlin den ganzen Tag? ... darum, dass es noch schneller bergab geht.

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