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10.05.2012

09:04 Uhr

Kurz vor Börsengang

Mobile Surfer bereiten Facebook Probleme

Die Popularität von Smartphones und Tablets wird für Facebook zum Handicap: Denn Online-Werbung lohnt sich bisher fast nur auf dem klassischen PC. Nun will das Online-Netzwerk mit einem „App Center“ entgegensteuern.

Facebook auf dem Smartphone: Für den Nutzer bequem, für den Konzern ein Problem. AFP

Facebook auf dem Smartphone: Für den Nutzer bequem, für den Konzern ein Problem.

New YorkFacebook hat kurz vor dem Milliarden-Börsengang eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die mit Multimedia-Handys und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen wenig Umsatz. Und inzwischen nutzen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus, wie das Unternehmen in einem aktualisierten Börsenprospekt am Mittwoch bekanntgab. Zugleich kündigte der Online-Netzwerk den Start einer neuen App-Plattform an, auf der Programme für alle Arten von Geräten vertrieben werden sollen.

Facebook will bei der für Ende kommender Woche erwarteten Aktienplatzierung 11,8 Milliarden Dollar einnehmen. Damit wäre es der mit Abstand größte Börsengang eines Internet-Unternehmens und einer der gewichtigsten insgesamt. Der Wert der gesamten Firma wird bei 96 Milliarden Dollar gesehen - fast 100 Mal so viel wie der vergangene Jahresgewinn. Entsprechend groß ist das Interesse der Investoren am Geschäftsmodell. Zuletzt fiel ihnen auf, dass sich das Wachstum bei Umsatz und Gewinn deutlich verlangsamt hat.

Das Unternehmen räumte in dem Börsenprospekt ein, dass der Trend zur mobilen Nutzung die Geschäftszahlen auch weiter belasten könnte. Die Facebook-Nutzer bekommen auf Smartphones und Tablets bisher keine Werbung zu sehen. Das Unternehmen kündigte zwar entsprechende Pläne an, doch selbst wenn diese umgesetzt werden, gilt: Die Tarife bei Werbeanzeigen auf mobilen Geräten sind grundsätzlich niedriger.

Social Ad

Werbeformat

Roland gefällt Opel, Klaus mag Kreuzfahrtreisen mit der AIDA, und Thomas favorisiert das Shampoo Schauma. Wer in Facebook unterwegs ist, bekommt ständig die Vorlieben seiner Freunde präsentiert. Social Ads heißen solche Anzeigen, die ein Nutzer dann bekommt, wenn seine Freunde den "Gefällt mir"-Button einer Marke anklicken. 

Persönliche Ansprache

Diese Werbeform, die es seit einigen Jahren bei Facebook gibt, ermöglicht eine weitaus persönlichere Ansprache als die herkömmliche Werbung. Denn sie basiert auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten - und ist damit glaubwürdiger.

Deutsche Unternehmen

Nach Angaben von Facebook Deutschland arbeiten bereits viele Unternehmen mit solchen Empfehlungsanzeigen, darunter Marken wie BMW, Warsteiner oder auch Nutella. 

Vorreiter

Nach den Worten von Torsten Schwarz, Herausgeber des Standardwerks "Leitfaden Online-Marketing" ist Facebook Vorreiter bei sozialer Werbung.

Laut Facebook hat für die verhaltene Umsatzentwicklung zudem die Entscheidung gesorgt, auf einigen Seiten weniger Werbung anzuzeigen. Der Konzern wolle die Nutzer nicht mit Anzeigen überhäufen, um kurzfristig die Einnahmen zu steigern.

Die angekündigte App-Plattform könnte für Facebook zu einem wichtigen Standbein auch im mobilen Geschäft werden. Das „App Center“ soll eine zentrale Anlaufstelle zum Herunterladen von Programmen zur Facebook-Ergänzung sein - egal ob für PC oder Smartphones und Tablets. Über große Pläne von Facebook im App-Bereich war schon seit Monaten spekuliert worden.

Video

Zuckerberg auf Werbetour

Video: Zuckerberg auf Werbetour

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Von

dpa

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