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13.09.2013

03:30 Uhr

Kurznachrichtendienst

Twitter macht ersten Schritt an die Börse

Nach Facebook wagt sich auch Konkurrent Twitter an die Börse. Die Ankündigung kam, wenig überraschend, per Tweet. Banken reißen sich darum, beim größten Tech-Börsengang des Jahres beteiligt zu sein.

Twitter

Es zwitschert an der Börse

Twitter: Es zwitschert an der Börse

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New YorkTwitter brauchte keine 140 Zeichen für die Ankündigung: Der Kurznachrichtendienst habe vertraulich einen Börsenprospekt bei der Aufsichtsbehörde SEC eingereicht, erklärte das US-Unternehmen. Die Ankündigung kam für viele nicht überraschend, seit Monaten wurde mit dem Schritt gerechnet. Spätestens seit dem Börsengang des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook im vergangenen Jahr galt Twitter als heißer IPO-Kandidat.

Eigenen Angaben zufolge hat der Dienst mittlerweile weltweit 200 Millionen Nutzer. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge sind es jedoch mittlerweile schon fast 300 Millionen, wie die Zeitung aus internen Dokumenten des Netzwerkes erfahren haben will.

Dem Bericht zufolge soll der Börsengang Anfang nächsten Jahres stattfinden, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Kreisen zufolge begleitet Goldman Sachs den Börsengang. Der bevorstehende IPO von Twitter hat bereits alle namhaften Wall-Street-Banken von JPMorgan über Credit Suisse und Morgan Stanley auf den Plan gerufen, die alle eine Rolle beim Börsendebüt spielen wollen.

Für die beteiligten Geldhäuser dürfte sich der Twitter-Börsengang auszahlen. Sollte Twitter lediglich zehn Prozent seiner Anteile an die Börse bringen, könnten die Konsortialbanken zusammen bis zu 50 Millionen Dollar einnehmen, wie aus Berechnungen von Freeman & Co. hervorgeht. Ein ähnliches Bankenrennen wie bei Twitter ist längst um Alibaba entbrannt. Es wird erwartet, dass der chinesische Internetkonzern noch im laufenden Jahr mehr als 15 Milliarden Dollar an der Börse einsammelt.

Twitter musste trotz des Antrages keine Finanzdaten öffentlich machen. Das ist dank einer neuen Regelung möglich, die es Börsenanwärtern erlaubt, den Börsengang im Geheimen auf den Weg zu bringen. Erst kurz vor der Roadshow vor Investoren müssen Details bekanntgegeben werden. Allerdings muss ein Bewerber bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählt ein Umsatz unter einer Milliarde Dollar.

Laut dem Marktforscher eMarketer ist Twitter auf dem Weg, in diesem Jahr Erlöse von 583 Millionen Dollar zu erzielen. Analyst Max Wolff von Greencrest Capital geht davon aus, dass der Dienst noch im laufenden Jahr die Gewinnschwelle knackt. Dazu tragen dann auch die vermehrten Marketingmöglichkeiten über Twitter bei. Für mehr Einfluss dürfte auch eine SEC-Entscheidung sorgen: Die SEC hat Unternehmen erlaubt, auch wichtige Informationen wie Quartalszahlen über den Internet-Dienst zu verbreiten.

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