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18.01.2011

01:17 Uhr

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Nokia gibt Scheitern seiner Flatrate für Musik zu

Erst sollte sie das Ei des Kolumbus im Musikvertrieb sein, jetzt kündigt Nokia kleinlaut den Rückzug an: Die Musikflatrate zum Herunterladen beliebig vieler Titel war angeblich weder beim Nutzer noch bei der Industrie beliebt. Doch in einigen Märkt sieht Nokia weiter Potenzial für das Konzept.

Nokia N80: Titel-Flatrate im Ovi-Store war ein Flop. Reuters

Nokia N80: Titel-Flatrate im Ovi-Store war ein Flop.

HB HELSINKI. Handy-Weltmarktführer Nokia gesteht das Scheitern seiner Musik-Flatrate ein und lässt das Angebot in den meisten Ländern auslaufen.

Die Idee klang beim Start 2008 eigentlich ganz vielversprechend: Käufer bestimmter Handys bekamen mit dem Gerät gleich das Recht, eine Zeit lang uneingeschränkt Musik in Nokias Online-Shop Ovi zu laden.

Doch zum einen sollen die Kunden nur mäßiges Interesse daran gezeigt haben, zum anderen wollten einige Netzbetreiber den Dienst nicht unterstützen, weil sie ein eigenes Musik-Geschäft betrieben.

Das Angebot wurde zunächst unter dem Namen "Comes with Music" bekannt und wurde später in "Ovi Music Flat" umgetauft. Nun wird der Dienst vorerst in sechs Ländern weiter angeboten: China, Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien und Türkei, wie ein Nokia-Sprecher am Montag bestätigte.

In den restlichen Märkten solle er eingestellt werden. Bereits geladene Musiktitel dürften aber unbegrenzt weitergehört werden und auch mit einer aktiven Lizenz könne man das Angebot bis zu deren Ablauf noch nutzen. Den Einzelverkauf von Musik im Ovi-Store setzt Nokia fort.

Für die Finnen ist es ein weiteres Zeichen der Probleme vor allem mit den computerähnlichen Smartphones, bei denen Apple mit seinem iPhone und Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android aktuell den Ton angeben.

Die Musikindustrie, die das Nokia-Programm geschlossen unterstützte, kann einen weiteren Misserfolg für Flatrate-Modelle verbuchen. Apple ist mit seinem iTunes Store auch der weltgrößte Musikverkäufer. Konzernchef Steve Jobs hat bisher konsequent Flatrate-Modelle abgelehnt und darauf beharrt, dass Nutzer ihre Musik lieber einzeln kaufen wollten.

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