Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2003

16:45 Uhr

Licht am Ende des Tunnels

Nokia und Siemens lassen die High-Tech-Branche hoffen

Die krisengeschüttelte High-Tech-Branche sieht Licht am Ende des Tunnels. Der Handy-Weltmarktführer Nokia und der Elektro-Konzern Siemens präsentierten am Donnerstag nicht nur bessere Geschäftszahlen als erwartet, sondern wagten auch eine vorsichtig optimistische Prognose für 2003. Belastend wirken ein möglicher Irak- Krieg und dessen Folgen für die noch schwache Weltkonjunktur. Die internationalen Börsen honorierten die Zahlen. Viele High-Tech-Aktien verbuchten Gewinne.

HB/dpa HAMBURG. Der finnische Nokia-Konzern geht für 2003 von einem Wachstum des Handy-Verkaufs aller Hersteller von 405 Millionen im Vorjahr um „10 Prozent oder etwas mehr“ aus. Nokia bleibt damit bei seinen im Vergleich zur Konkurrenz deutlich optimistischeren Prognosen. Nokias weltweiter Marktanteil bei Handys stieg nach Angaben von Firmenchef Jorma Ollila im Jahresdurchschnitt auf 38 Prozent.

Nokia steigerte 2002 den Reingewinn im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 3,38 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen in Helsinki mit. Im vierten Quartal wurde der Reingewinn mit 1,05 Milliarden Euro mehr als verdoppelt (Vorjahr: 450 Mio Euro). Die Nokia-Umsätze sanken 2002 allerdings um vier Prozent auf gut 30 Milliarden Euro, der Erlös mit Mobiltelefonen stagnierte bei 23,2 Milliarden Euro.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer warnte vor allzu großem Optimismus. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, sagte er in München. Dennoch bleibe das Ziel, den operativen Gewinn 2002/03 (30. September) zu steigern. Deutschlands größter Elektrokonzern startete mit fast stabilen Gewinnen und einem Rekordabsatz im Handy-Geschäft ins neue Geschäftsjahr. Im Weihnachtsgeschäft wurden 11 Millionen Handys verkauft nach 9 Millionen im Vorjahresquartal. Nokia verkaufte im vergangenen Jahr 152 Millionen Handys, davon allein im vierten Quartal 46 Millionen - das bisher beste Quartalsergebnis. Siemens rechne mit einem Gesamtabsatz von lediglich 420 Millionen Handys aller Hersteller, hieß es in München.

Bei Siemens sank der Gewinn nach Steuern zwar im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 (30. September) von 538 auf 521 Millionen Euro. Damit fiel aber auch dieses Ergebnis besser aus, als von vielen Analysten erwartet. Die Erlöse gingen um zehn Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zurück.

Europas führender Chiphersteller STMicroelectronics rechnet mit einer stärkeren Erholung am Halbleitermarkt für das zweite Halbjahr 2003. „In der ersten Jahreshälfte dürften die Marktbedingungen noch schwierig bleiben“, sagte Konzernchef Pasquale Pistorio am Donnerstag in Paris. Der Umsatz des französisch-italienischen Konzerns stagnierte 2002 bei 6,32 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg um 67 Prozent auf 429,4 Millionen Dollar.

Auch der weltgrößte Handychip-Hersteller Texas Instruments (TI) überraschte die Börse. Der Umsatz dürfte im ersten Quartal 2003 in etwa auf dem Niveau des Schlussquartals 2002 von 2,1 Milliarden Dollar liegen (viertes Vorjahresquartal: 1,8 Mrd Dollar). TI rechnet mit etwa sechs Cent Gewinn pro Aktie. Die Wall Street war nur von drei Cent Gewinn je Aktie und von 2,05 Milliarden Dollar Umsatz ausgegangen.

TI wies für das Schlussquartal 2002 rote Zahlen von 589 Millionen Dollar (550 Mio Euro) aus gegenüber einem Verlust von 116 Millionen Dollar ein Jahr zuvor aus. Im Gesamtjahr stieg der Verlust allerdings auf 344 Millionen Dollar (Vorjahr: 201 Mio). Der Jahresumsatz wuchs auf 8,4 (8,2) Milliarden Dollar.

Nach Ansicht von Fachleuten geben diese Ergebnisse Hoffnung auf eine Besserung in der Mobilfunkbranche. Texas Instruments bietet auch Computerchips, Chips für Fotoapparate sowie andere Elektronikprodukte an. Dank einer starken Position bei Handy-Chips war TI von der schweren Flaute im Computerbereich nicht sehr stark betroffen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×