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02.10.2012

20:03 Uhr

Lösung für US-Geschäft

Telekom will sich Rivalen MetroPCS schnappen

Nach dem gescheiterten Verkauf der US-Mobilfunktochter schwenkt die Deutsche Telekom um. Sie will das Geschäft durch die Übernahme der Nummer fünf im Markt ausbauen. Es könnte ein Befreiungsschlag sein.

Das Logo der Deutschen Telekom auf dem Dach der Bonner Unternehmenszentrale

Das Logo der Deutschen Telekom auf dem Dach der Bonner Unternehmenszentrale

FrankfurtEs könnte die Lösung für die Dauerbaustelle von Telekom-Chef René Obermann sein: Der Konzern befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem US-Mobilfunkkonzern MetroPCS. Das teilte die Telekom am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen aus Kreisen, während von MetroPCS zunächst keine Stellungnahme zu erhalten war.

An der neuen Gesellschaft solle die Telekom die Mehrheit halten. „Die Gespräche stehen in einem Stadium, in dem wesentliche Fragestellungen noch nicht abschließend geklärt, die Verträge noch nicht unterzeichnet sind und das Zustandekommen der Transaktion noch ungewiss ist“, hieß es in der Mitteilung. Die notwendigen Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom fehlten noch.

Neuer Telekom-Partner: Wer ist MetroPCS?

Neuer Telekom-Partner

Wer ist MetroPCS?

Die schwächelnde Telekom-Tochter T-Mobile USA will angeblich mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS zusammengehen. Analysten halten das für eine gute Idee – allerdings gibt es zwischen den Anbietern technische Unterschiede.

Branchenexperten ließen die Meldungen über eine Fusion zwischen der US-Tochter T-Mobile und dem lokalen Rivalen Metro PCS gestern Abend eher ratlos. „Beide sind eigentlich Übernahmekandidaten, keine Käufer“, hieß es. Im Zentrum steht die Frage, wie die Deutsche Telekom den Deal finanzieren will, wenn sie wirklich an dem neuen Unternehmen die Mehrheit halten möchte. Schließlich sparen die Bonner seit Jahren an allen Ecken und Enden und haben sich auch für das kommende Jahr entsprechende Ziele gesetzt.

Der Charme des vor einem Jahr gescheiterten Verkaufs von T-Mobile an AT&T für 39 Milliarden Dollar lag ja darin, dass die Bonner reichlich Geld in die Hand für Investitionen in neue Geschäftsfelder und den Ausbau schneller Glasfaser- und Mobilfunknetze bekommen hätten. Allerdings hatten die Bonner erst Ende vergangener Woche bekanntgegeben, dass sie ihre amerikanischen Mobilfunktürme gegen eine Einmalzahlung von 2,4 Milliarden Dollar an den Funkturm-Betreiber Crown Castle verkaufen oder verpachten. Dieses Geld könnte die Grundlage für den Erwerb von MetroPCS sein.

Schon im Frühjahr Spekulationen über einen Zusammenschluss beider Anbieter gegeben. Schon damals war die Rede von einem Aktientausch. Allerdings galt schon damals die Wahl von Metro PCS nicht als die optimale – das Unternehmen besitzt eine andere Netztechnologie als T-Mobile.

Mobil telefonieren in USA: ein Abenteuer

Wackeliges Netz

Die USA sind das Land von Apples iPhone und der abbrechenden Telefonate. In wenigen Ländern der Welt ist die Verbreitung der datenhungrigen Smartphones so groß und gleichzeitig das Netz durch die Belastung so wackelig. Ein schlechter Empfang gehört selbst in Großstädten wie New York City zum Alltag.

Die Nutzer

Insgesamt 234 Millionen Menschen im Alter ab 13 Jahren telefonieren nach Angaben des Marktforschers Comscore in den Vereinigten Staaten mobil. 90 Millionen davon nutzen demnach ein Smartphone.

Die Anbieter

Größter Anbieter ist Verizon Wireless, es folgen AT&T und mit gehörigem Abstand Sprint und T-Mobile USA. Daneben gibt es eine Reihe regionaler Anbieter.

Nachteil von T-Mobile USA

T-Mobile USA ist der einzige landesweite Anbieter, der das beliebte iPhone von Apple nicht im Programm hat. Auch das Netz ist löchriger als bei den großen Rivalen, besonders auf dem Land.

Vorteil von T-Mobile USA

Dafür rühmt sich die Telekom-Tochter, besonders günstige Tarife zu haben. Zuletzt konnte sie vor allem Kunden gewinnen, die keinen der üblichen teuren Zwei-Jahres-Verträge eingehen wollten.

AT&Ts Argumente

AT&T-Chef Randall Stephenson wollte die Übernahme von T-Mobile USA vor allem mit dem Versprechen durchboxen, dass sich die Netzqualität durch den Zusammenschluss verbessern werde. Nun kündigte er an, dass AT&T alleine ins Netz investiert. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Konzern regionale Anbieter übernimmt oder ihnen zumindest Funkfrequenzen abkauft.

Die Kontakte scheinen nicht abgerissen zu sein, auch wenn die Führungsspitze der Telekom zuletzt in der Öffentlichkeit verbreitete, man wolle allein einen Weg für die kriselnde Tochter T-Mobile USA finden. „Obermann ging es erst einmal darum, wieder Ruhe in das Geschäft zu bringen. Nach dem gescheiterten AT&T-Deal waren sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter verunsichert“, heißt es aus Branchenkreisen. Vor allem Finanzvorstand Timotheus Höttges soll immer wieder alle möglichen Szenarien durchgespielt und entsprechende Sondierungsgespräche geführt haben.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.10.2012, 19:58 Uhr

Exzellenter Schachzug.

Mit null Kapitaleinsatz den Marktanteil sowie Netzauslastung um 25% erhöht, verbesserte Refinanzierungsperspektive für neuen Netz-Ausbau.

Gratulation.

Haaaaaaaaaaalllllllooooooooooooo

02.10.2012, 22:11 Uhr

Hallo HB, jemand zu Hause.

Diese online Headline an erster Stelle steht nun seit mind. 2 Stunden ... immerhin 1 Kommentar ... scheint ja das Hammer-Thema zu sein ..

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