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26.09.2014

13:17 Uhr

Lokalausgaben

Insolvenz bei sieben Funke-Zeitungen

Eigentlich wollte die Funke Mediengruppe sieben ihrer Zeitungen an Lensing verkaufen – doch das Kartellamt hatte Bedenken. Nun müssen die Essener die Lokalausgaben in die Insolvenz schicken.

Blick auf die Zentrale der Funke Medien Gruppe (vormals: WAZ Medien Gruppe) in Essen: Bei einer Übernahme der Lokalzeitungen durch Lensing habe ein regionales Zeitungsmonopol gedroht, hatte das Kartellamt seine Bedenken begründet. dpa

Blick auf die Zentrale der Funke Medien Gruppe (vormals: WAZ Medien Gruppe) in Essen: Bei einer Übernahme der Lokalzeitungen durch Lensing habe ein regionales Zeitungsmonopol gedroht, hatte das Kartellamt seine Bedenken begründet.

EssenDie Funke Mediengruppe hat für sieben Lokalausgaben, die sie eigentlich an das Medienhaus Lensing verkaufen wollte, Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das teilte Funke am Freitag in Essen mit und begründete den Schritt mit der Entscheidung des Bundeskartellamts, das im April Bedenken angemeldet hatte.

Die sieben Ausgaben der Funke-Zeitungen „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ und „Westfälische Rundschau“ (WR) in Dortmund, Schwerte, Lünen und Castrop-Rauxel haben eine Auflage von insgesamt 30 000. Sie sind im Westfälischen Zeitungsverlag WZV gebündelt.

Bei einer Übernahme durch Lensing habe ein regionales Zeitungsmonopol gedroht, hatte das Kartellamt seine Bedenken begründet.

Die größten deutschen Medienkonzerne (Umsatz 2013)

Platz 10 – Funke Mediengruppe

Umsatz: 1,2 Milliarden Euro*

Platz 9 – Verlagsgruppe Weltbild

Umsatz: 1,59 Milliarden Euro*

Platz 8 – Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Umsatz: 1,88 Milliarden Euro*

Platz 7 – ZDF

Umsatz: 2,01 Milliarden Euro

Platz 6 – Bauer Media Group

Umsatz: 2,4 Milliarden Euro

Platz 5 – Hubert Burda Media

Umsatz: 2,45 Milliarden Euro*

Platz 4 – ProSieben Sat.1

Umsatz: 2,61 Milliarden Euro

Platz 3 – Axel Springer

Umsatz: 2,8 Milliarden Euro

Platz 2 – ARD

Umsatz: 6,28 Milliarden Euro

Platz 1 – Bertelsmann

Umsatz: 16,36 Milliarden Euro

Quelle

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

*Für diese Konzerne lagen die Umsatzzahlen von 2013 bei der Publikation im Mai noch nicht vor. In diesen Fällen wurden die zuletzt veröffentlichten Umsatzzahlen als Grundlage genommen.

Der WZV sei nicht zahlungsunfähig, es gebe aber eine negative Prognose, was das Fortbestehen angeht, teilte Funke mit. Deshalb habe man sich in der Pflicht gesehen, den Insolvenzantrag zu stellen. Arbeitsplätze seien von der Insolvenz nicht betroffen. Ziel sei es, für die sieben Ausgaben einen Käufer zu finden und sie zu erhalten. In anderen Regionen erscheinen WAZ und WR auf jeden Fall weiter.

Funke hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären WR mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der WR, in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden „Ruhr Nachrichten“. Der Mantelteil kommt von der Funke-Gruppe, die in NRW auch die WAZ, die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und die „Westfalenpost“ herausgibt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

26.09.2014, 14:01 Uhr

Die politische Linie der Springergruppe wurde bereits vollzogen. (siehe die 3 Thüringer Ausgaben)
Auch die Insolvenz in eigener Verantwortung hatte Springer in der Vergangenheit, meines Wissen, schon erfolgreich durchgezogen.
Die einheitliche Medienmeinung greift um sich.

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