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01.03.2017

21:31 Uhr

Los Angeles

Wo sich das Silicon Valley am Strand bräunt

VonBritta Weddeling

Los Angeles hat sich zur drittgrößten Start-up-Hochburg der USA gemausert. Auch der Mutterkonzern der Foto-App Snapchat hat seinen Sitz in Venice Beach. Kurz vor dem Börsengang erfährt die Metropole LA einen Boom.

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San FranciscoEvan Spiegel studierte an der Elite-Universität Stanford in Palo Alto im Herzen des Silicon Valley. Doch seine Firma Snap, die die beliebte App Snapchat herausgibt, hat der 26 Jahre alte Gründer nach Venice Beach verlegt. Der Stadtteil gehört zur Hollywood-Enklave Los Angeles und liegt etwa sechs Autostunden die kalifornische Küste entlang vom Silicon Valley entfernt. Nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt, der für Surfer, Leichtathleten und menschliche Körper mit sehr viel Silikon bekannt ist, befinden sich Snaps Büros. 

Am Donnerstag will das Tech-Unternehmen in den Handel an der Wall Street einsteigen. Snaps nahender Börsengang richtet die Aufmerksamkeit auf die Gegend, die wegen der Ansiedelung erfolgreicher Tech-Firmen den Spitznamen „Silicon Beach“ trägt. Nahezu alle großen Konzerne aus dem Valley betreiben rund um Los Angeles Dependancen – darunter Google, Facebook oder Netflix. 

Snapchat in Zahlen

Was ist Snapchat?

Snapchat gilt als soziales Netzwerk der Stunde. Zwar sind die Nutzerzahlen im Vergleich etwa zu Facebook, Twitter und Instagram weitaus geringer, aber besonders viele junge Leute nutzen die App*

*Zahlen nach Angaben von Snapchat

Anzahl der Nutzer

Rund 150 Millionen Nutzer sind täglich aktiv.

Videos

10 Milliarden Videos sind täglich auf Snapchat zu sehen

Alter der Nutzer

Fast 90 Prozent aller Nutzer sind jünger als 35 Jahre

Ü25

60 Prozent sind jünger als 25

Heimatmarkt USA

60 Prozent der US-amerikanischen Smartphone-Nutzer zwischen 13 und 34 sind auf Snapchat

Dabei bringt die Region auch eigene Erfolgsgeschichten hervor. Beispiele sind die Dating-App Tinder, und das Start-up Oculus VR, das mittlerweile zum Facebook-Imperium gehört, und die E-Commerce-Plattform Dollar Shave Club. Auch Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX hat ihren Sitz am „Silicon Beach“.

Der Großraum Los Angeles hat sich mittlerweile zum drittgrößten Start-up-Ökosystem der USA entwickelt – gleich hinter dem Silicon Valley und New York. 2016 flossen nach Berechnungen von CB Insights insgesamt drei Milliarden Dollar Risikokapital in dortige Start-ups.

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Die Foto-App Snapchat ist damit groß geworden, Nachrichten zu verschicken, die sich selbst zerstören. Das könnte auch das Schicksal der Snap-Aktie von Gründer Evan Spiegel sein. Eine Analyse.

Zum einen ziehen die erfolgreichen Firmen Programmierer-Talente an. Zum anderen hat der Großraum Los Angeles noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Im Vergleich zu anderen Ballungszentren fallen die Mieten verhältnismäßig günstig aus. Das Job-Vergleichsportal Payscale hat ermittelt, dass die Mietpreise in L.A. 31 Prozent niedriger sind als in San Francisco.

„In Los Angeles können Gründer 50 Prozent günstiger eine Firma gründen als im Valley“, sagt Tech-Investor Troy Carter. Hinzu kämen das wärmere Klima, die Strandlage und die Nähe zum reichhaltigen Kunst- und Kulturangebot von Hollywood. „Die Lebensqualität von Los Angeles ist schwer zu schlagen.“ 

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Der geplante Börsengang von Snap Inc. zeigt die ganze Absurdität eines lächerlich gewordenen Digitalkapitalismus. Diese lässt sich bereits an wenigen Zahlen belegen. Ein Zwischenruf.

Investor Mark Suster geht davon aus, dass der Boom anhält. „Wir werden eine Explosion an Start-up-Aktivitäten in Los Angeles in den kommenden fünf bis zehn Jahren sehen.“ Ein erfolgreicher Börsengang von Snap könnte der Gegend ein Äquivalent zur berühmten „Paypal-Mafia“ bescheren, prognostiziert Suster. Der Begriff bezeichnet die ehemalige Führungsriege des Online-Finanzdienstes Paypal, die nach dem Verkauf der Plattform an Ebay gemeinsam neue Firmen gegründet haben. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Tesla-Chef Elon Musk, Investor Peter Thiel und LinkedIn-Gründer Reid Hoffman. 

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