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02.09.2014

12:42 Uhr

Lottoanbieter

BaFin überprüft Prognose bei Tipp24

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überprüft die Rücknahme der Prognosesenkung von Internet-Lottoanbieter Tipp24. Die Überprüfung sei reine Routine, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. dpa

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

DüsseldorfDer Online-Lottoanbieter Tipp24 hat mit einem Prognose-Wirrwarr die Finanzaufsicht auf den Plan gerufen. Nachdem der Glücksspielanbieter am Sonntag seine Ziele für 2014 wegen eines vermeintlichen Lottogewinns über 44 Millionen Euro kassierte, kehrte die Firma 36 Stunden später zu ihrer alten Prognose zurück. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nimmt deshalb Tipp24 unter die Lupe. „Wir werden schauen, ob ein Fall von Marktmanipulation vorliegt“, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag.

Ein Firmensprecher entgegnete indes, der Vorstand habe ordnungsgemäß den Markt über eine mögliche Gewinnbelastung informiert, nachdem die Systemabfrage zunächst ergeben habe, dass der Jackpot geknackt worden ist. Diverse weitere Prüfungen hätten allerdings ergeben, dass doch keiner das große Los gezogen habe. Die Überprüfung der BaFin wertete der Sprecher daher als „reine Routine“, die der Lottoanbieter nicht fürchten müsse.

Die Anleger waren nach der Rücknahme der Prognose aus dem SDax-Wert geflüchtet, die Aktie brach am Montag zeitweise um über zwölf Prozent ein. Nach der Rückkehr zur alten Prognose griffen die Investoren am Dienstag wieder zu, die Titel gewannen bis zu 5,6 Prozent.

Tipp24 hatte in den vergangenen Monaten mit Negativschlagzeilen den Aktienkurs unter Druck gesetzt. Die Papiere büßten seit Mitte Juli bereits rund 30 Prozent ein. Neben dem jähen Abgang von Finanzchef Andreas Keil nach nur 16 Monaten, musste Vorstandschef Hans Cornehl einräumen, dass die Geschäfte schwächer liefen als erwartet. Er kassierte Anfang August seine Erwartungen für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) und kündigte für 2014 nur noch 15 bis 25 (Vorjahr: 19,5) Millionen Euro an statt der bis dahin avisierten 25 bis 35 Millionen. Der Umsatz soll 135 bis 145 (130) Millionen Euro erreichen. An dieser Prognose hält Tipp24 nun fest.

Das Unternehmen operiert seit 2012 nur noch von Großbritannien und Spanien aus. Sein ursprüngliches Lotto-Online-Vermittlungsgeschäft ist in Deutschland per Glücksspiel-Staatsvertrag verboten. Die Mehrheit an den mit einer britischen Lizenz ausgestatteten Auslandsgesellschaften von Tipp24 hält eine Schweizer Stiftung, sie werden aber voll konsolidiert. Tipp24 veranstaltet praktisch eine eigene Lotterie auf Basis der in Deutschland gezogenen Lottozahlen, die Gewinnsummen zahlt damit Tipp24. Seit Wochen sorgen bei Anlegern Medienberichte für Verunsicherung, wonach die Bundesländer schon bald Überweisungen deutscher Spieler an ausländische Internet-Anbieter verbieten wollen, ebenso wie den Rückfluss von Gewinnen.


Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Ulrich Groeschel

03.09.2014, 10:16 Uhr

Ich frage mich wie die Bundesländer Verbote wie eine Überweisung ins Ausland durchsetzen wollen. Einen Gewinn kann man auch als neutralen Bankscheck senden.

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