Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2010

22:17 Uhr

Machtkampf bei Infineon

Wucherer zu Teilrückzug bereit

VonAxel Höpner

Klaus Wucherer beugt sich im Machtkampf um den Aufsichtsratsvorsitz beim Chiphersteller Infineon dem Druck kritischer Investoren - zumindest teilweise. Der Ex-Siemens-Vorstand ist zu einem Rückzug auf Raten bereit. Im Falle seiner Wahl werde er den Posten des Chefaufsehers nach einem Jahr wieder abgeben, teilte er am Mittwoch mit.

Ex-Siemens-Vorstand Wucherer: Rückzug auf Raten. Quelle: Pressebild

Ex-Siemens-Vorstand Wucherer: Rückzug auf Raten.

MÜNCHEN. In dieser Zeit könne ein externer Kompromisskandidat gesucht werden. Nach Informationen des Handelsblatts will sich Wucherer dann ganz aus dem Aufsichtsrat zurückziehen, dem er seit mehr als zehn Jahren angehört.

Kurz vor der Hauptversammlung am 11. Februar tobt ein unerbittlicher Machtkampf um den Aufsichtsratsvorsitz bei Infineon. Ex-Siemens-Vorstand Klaus Wucherer ist der offizielle Kandidat der Verwaltung für die Nachfolge von Max Dietrich Kley. Verschiedene Investoren plädierten auf Initiative des britischen Fonds Hermes aber für einen Neuanfang. Ihr Gegenkandidat ist Willi Berchtold, Finanzvorstand von ZF Friedrichshafen.

In seiner Erklärung greift Wucherer den Gegenkandidaten frontal an. Berchtold habe noch immer nicht erklärt, was er mit dem Unternehmen vorhabe. "Er hat durch seine Vorgehensweise große Verunsicherung auch bei wichtigen Kunden in Kauf genommen." Dies schade dem Unternehmen. Mit seinem Rückzug in einem Jahr will Berchtold nach eigenen Angaben den "Weg bereiten zu einem starken Aufsichtsratsvorsitzenden, der breite und ungeteilte Zustimmung von Aktionären und Mitgliedern des Aufsichtsrates gleichermaßen erfährt".

Nach Angaben aus dem Umfeld der Beteiligten hat Wucherer seinen Kompromissvorschlag nicht mit der Gegenseite abgestimmt. Es hatte sich unter anderem der für institutionelle Investoren tätige Dienstleister Risk Metrics für Berchtold ausgesprochen. Auch die Fondsgesellschaft DWS äußerte sich positiv über den Gegenkandidaten. Berchtold hat angekündigt, im Falle seiner Wahl in den Aufsichtsrat als ZF-Finanzvorstand zurückzutreten. Große Kunden von Infineon hatten Berchtolds Vorstoß kritisch beurteilt, weil sie Interessenskollisionen befürchteten.

Berchtold wollte sich zunächst nicht zu dem Kompromissvorschlag äußern. Er und die ihn stützenden Aktionäre seien über den Vorstoß nicht informiert worden, hieß es aus seinem Umfeld. Berchtold rechnet sich gute Chancen aus, in den Aufsichtsrat gewählt zu werden, um dann nach dem Vorsitz zu greifen. Etwa 40 Prozent des Grundkapitals stünden hinter ihm, hieß es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×