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25.01.2005

19:20 Uhr

Management Buy-Out

FJH stößt Heubeck wieder ab

Das unter hohen Verlusten leidende Softwareunternehmen FJH hat die erst 2003 erworbene Tochter Heubeck mit Sitz in Köln an den früheren Eigentümer verkauft. Dafür muss FJH Abschreibungen in Millionenhöhe verbuchen.

HB MÜNCHEN. Im Zuge der Neustrukturierung des Deutschland-Geschäfts werde Heubeck im Rahmen eines Management-Buyouts an den früheren Eigentümer Klaus Heubeck verkauft, teilte FJH am Dienstag in München mit. FJH werde sich auf das Kerngeschäft mit Software zur Verwaltung von Versicherungsbeständen konzentrieren. Finanzchef Thomas Meindl zeigte sich verhalten zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung nach Abschluss der Umstrukturierung im laufenden Jahr. „Wir sind zuversichtlich, im Laufe des Jahres 2005 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren“, sagte er Reuters. Vor allem im Ausland steige die Nachfrage an.

Die Münchener Firma - damals hieß sie noch FJA - hatte das auf Altersvorsorge spezialisierte Kölner Beratungsunternehmen erst im Mai 2003 für gut 28 Mill. € übernommen und sich dann in FJH umbenannt. FJH erklärte, durch den Verkauf mit Wirkung zum 30. Dezember 2004 ergebe sich nun eine Abschreibung von etwa 60 % des Bilanzwertes. Die Abschreibung dürfte sich also in niedriger zweistelliger Millionenhöhe bewegen.

„Der Aufwand wäre zu groß geworden, um die erhofften Synergien zu heben“, begründete Meindl den Verkauf. FJH könne zusammen mit Heubeck weiter Projekte entwickeln, auch ohne das Beratungshaus als Tochterunternehmen zu besitzen. Eine Schieflage in der Bilanz entsteht durch die Abschreibung nach seinen Worten nicht. Die HGB-Bilanz verfüge noch über genügend Eigenkapital, sagte er.

Gleichwohl schloss er die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung für die Zukunft nicht aus. „Wir werden weiterhin mögliche Maßnahmen im Eigenkapital- und Fremdkapitalbereich prüfen“, sagte Meindl. Auch sei FJH mit den Banken im Gespräch über eine Neustrukturierung der Kredit- und Bürgschaftsrahmen.

Der Abbau von in etwa jeder vierten Stelle bei FJH ist nach Meindls Worten mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Unter Berücksichtigung der nun von dem Verkauf betroffenen knapp 80 Heubeck-Mitarbeitern werde FJH dann noch knapp 650 Mitarbeiter haben. Im dritten Quartal 2004 hatte FJH durch schwache Nachfrage, Kosten für Umstrukturierung und eine Umstellung der Bilanz einen Nettoverlust von 65,8 Mill. € verbucht.

An der Börse wurde die im Segment Prime Standard notierte FJH-Aktie zeitweise vom Handel ausgesetzt. Zuvor hatte die Aktie, die beim Börsengang im Jahr 2000 für 48 € verkauft worden war, bei gut vier Euro notiert. Im späten Parketthandel wurde die Aktie anschließend mit 4,23 € um 0,5 % unter dem Vortagesschluss gehandelt.

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