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09.03.2006

08:12 Uhr

Management stimmt Offerte zu

Anteilseigner blockieren VNU-Übernahme

VonMaike Telgheder

Wer der künftige Eigentümer des niederländischen Informations- und Marktforschungsunternehmen VNU wird, ist weiter ungewiss. Vorstand und Aufsichtsrat von VNU haben gestern zwar offiziell das Übernahmeangebot eines Konsortiums von sechs Finanzinvestoren begrüßt. Wichtige Anteilseigner lehnten das Angebot aber als zu niedrig ab.

FRANKFURT. VNU gab am Mittwoch morgen bekannt, dass die Finanzinvestoren Alpinvest, Blackstone, Carlyle Group, Hellmann & Friedman, Kohlberg Kravis Roberts und Thomas H. Lee Partners 28,75 Euro pro Aktie zahlen wollen. Schulden nicht eingerechnet beläuft sich die Übernahme auf rund 7,5 Mrd. Euro.

Eine Sprecherin von Fidelity Investments, die rund 15 Prozent des VNU-Aktienkapitals halten, sagte gestern zur Nachrichtenagentur Dow Jones, dass eine Zustimmung zu diesem Angebot unwahrscheinlich sei. Die Investmentfirma Knight Vinke, die zwei Prozent an VNU, hält, lehnt das Angebot offiziell als zu niedrig ab. Die VNU-Hauptversammlung tagt am 18. April.

Die Gemengelage ist kompliziert: VNU, der weltweit größte Anbieter von Marktforschung, gehört unter anderem einigen einflussreichen Fonds wie Fidelity, Templeton, oder Knight Vinke. Diese haben im Herbst 2005 einen Großteil der Aktionäre hinter sich vereint, um die von VNU-Chef Rob von den Bergh angestrebte Übernahme des Pharmadatenlieferanten IMS Health abzulehnen. Der Kaufpreis von 5,8 Mrd. Euro erschien ihnen zu hoch.

Seitdem ist Rob von den Bergh nur noch auf Abruf im Amt, und VNU im Visier von Private Equity Investoren. Die boten im Januar zwischen 28,00 und 28,50 Euro für die VNU-Aktie. Das erschien den großen Anteilseignern zu wenig. Fondsvertreter ließen verlauten, die Aktie sei 35 bis 40 Euro wert und ein getrennter Verkauf der VNU-Sparten brächte mehr Geld. VNU-Titel gaben gestern in Amsterdam 0,7 Prozent auf 27,18 Euro nach. Zu dem Konzern gehören der weltgrößte Marktforscher AC Nielsen und Nielsen Media Research.

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