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26.08.2014

10:38 Uhr

Mangelnde Transparenz

Chinas Kartellwächter nehmen Microsoft ins Visier

Der Verkauf von Windows und Office sei nicht vollständig transparent, wirft die Kartellbehörde Chinas dem IT-Konzern Microsoft vor. Bereits zu Monatsbeginn gab es schon Vorwürfe gegen den Softwaregiganten.

Chinas Kartellamt untersucht Microsofts Internetbrowser Explorer und Media Player. Der Vorwurf lautet auf mangelnde Transparenz beim Verkauf. dpa

Chinas Kartellamt untersucht Microsofts Internetbrowser Explorer und Media Player. Der Vorwurf lautet auf mangelnde Transparenz beim Verkauf.

PekingDer US-Softwarekonzern Microsoft gerät ins Visier der chinesischen Kartellwächter. Im Zentrum der Untersuchung stehen der Internetbrowser Explorer und der Media Player, mit dem Bilder, Video- und Audiodateien abgespielt werden können. Beide werden oft im Paket mit dem Betriebssystem Windows und der Bürosoftware Office angeboten.

Microsoft sei nicht vollständig transparent, was den Verkauf von Windows und Office angehe, sagte der Chef Staatlichen Verwaltung für Handel und Industrie, Zhang Mao, am Dienstag in Peking. Der Konzern habe aber Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundet. „Die Untersuchung läuft, wir werden die Ergebnisse rechtzeitig veröffentlichen.“

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

Nokia verlor den Anschluss

Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

September 2010

Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

Februar 2011

Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

Juni 2012

Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

Mai 2013

Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

September 2013

Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

April 2014

Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

Mai 2014

Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

Juli 2014

Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

Juni 2015

Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

Juli 2015

Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

China hat Microsoft bereits zu Monatsbeginn die Verletzung der Anti-Monopol-Gesetze vorgeworfen. Es gebe Probleme mit der Kompatibilität, Bündelung und der Dokumentierung bei Windows und Office. Die Behörden waren zuletzt auch gegen andere westliche Firmen vorgegangen, darunter gegen Mercedes-Benz und den Chip-Hersteller Qualcomm.

Windows war lange das dominierende Betriebssystem für Computer. Dass die Software im Paket mit dem Internet Explorer und dem Media Player angeboten wurde, hatte auch europäische und amerikanische Kartellwächter auf den Plan gerufen. Die EU-Kommission verhängte eine Strafe von knapp 1,4 Milliarden Euro.

Von

rtr

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