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09.11.2015

09:28 Uhr

Manz unter Druck

Apple-Zulieferer rutscht in die roten Zahlen

VonAndreas Dörnfelder

Nach zwei Gewinnwarnungen binnen vier Monaten steht der Maschinenbauer Manz unter Druck. Die neuen Quartalszahlen sind schlecht. Und es drohen neue Risiken.

Unter dem Strich stehen rote Zahlen. PR

Produktion bei Manz

Unter dem Strich stehen rote Zahlen.

DüsseldorfEs sind unangenehme Gespräche, die Dieter Manz in diesen Tagen führen muss. Zum 31. Dezember laufen beim Maschinenbauer Manz wichtige Kreditverträge aus. Nun verhandelt der Vorstandschef mit den Geldgebern über die künftige Finanzierung der Manz AG. Die Lage ist angespannt. Unter Umständen könnten sich „wesentliche Verschlechterungen der Konditionen bzw. negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation ergeben“, heißt es aus Reutlingen.

Das Problem: Display- und Batteriehersteller aus Asien hatten mehrfach Aufträge vertragt. Innerhalb von vier Monaten gab Manz zwei Gewinnwarnungen ab. Am Montag legte das Unternehmen nun Quartalszahlen vor. Demnach brach der Umsatz von Januar bis September um ein Drittel auf 169 Millionen Euro ein. Unterm Strich weist Manz einen Verlust von fast 34 Millionen Euro aus. „Unsere ursprüngliche Planung sah einen Umsatzanstieg auf bis zu 340 Millionen Euro vor“, sagte Vorstandschef Manz.

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Im April hat der schwäbische Maschinenbauer Manz per Kapitalerhöhung 43 Millionen Euro eingesammelt. Nun bringen zwei Gewinnwarnungen den Vorstand in Bedrängnis. Börsianer sind empört, der Aktienkurs bricht ein.

Die Produktion des Unternehmens war auf viel höhere Erlöse ausgelegt. Während sich Aufträge verschoben, kosteten Mitarbeiter, Gebäude und Anlagen weiter Geld. Ergebnis: Die Manz AG gab im Tagesgeschäft fast 60 Millionen Euro mehr aus als sie einnahm. Im Vorjahreszeitraum war das Unternehmen hier noch gut elf Millionen Euro im Plus.

Dieter Manz will nun sparen. Die wesentlichen Maßnahmen und damit verbundene Aufwendungen werde das Unternehmen am 10. Dezember 2015 vorstellen. Möglicherweise baut die Manz AG bald keine Anlagen mehr für die Solarindustrie. Die Sparte wies in den ersten drei Quartalen bei 17 Millionen Euro Umsatz einen operativen Verlust von fast 14 Millionen Euro aus. Ziel sei es, so Manz, „dass ab dem Geschäftsjahr 2016 keine weitere Kostenbelastung aus diesem Geschäftsbereich entsteht“.

Es ist nicht die einzige Baustelle im Unternehmen. Viele Aktionäre sind sauer. Ende April, der Aktienkurs war damals auf einem Siebenjahreshoch, sammelte die Manz AG mittels Kapitalerhöhung noch 42 Millionen Euro ein. Vorstandschef Dieter Manz verkaufte dabei zusätzlich eigene Aktien im Wert von weiteren 8,5 Millionen Euro. Ein halbes Jahr später hat sich der Aktienkurs halbiert.

Die Finanzaufsicht Bafin prüft die Umstände noch immer im Wege einer Routineuntersuchung. Es geht um die Frage, ob Dieter Manz im April schon gewusst hat, dass sein Unternehmen schlechter dasteht als erhofft. Wenn ja, dann hätte er gegen Veröffentlichungspflichten verstoßen und sich womöglich auf Kosten seiner Aktionäre bereichert. Der Vorstandschef selbst betonte, dass Manz den Veröffentlichungspflichten vorschriftsgemäß nachgekommen sei. Über routinemäßige Prüfungen hinaus sehe das Unternehmen daher keinen Anlass für Untersuchungen.

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