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02.12.2015

04:50 Uhr

Marissa Mayer

Yahoo bereitet Abschied vom Internetgeschäft vor

VonAstrid Dörner

Yahoo soll über die Abspaltung der Alibaba-Anteile entscheiden. Einem Medienbericht zufolge wird der Internetkonzern in den nächsten Tagen über drastische Optionen beraten – dabei steht auch sein Urgeschäft zur Debatte.

Das Logo von Yahoo: Mit einer Suchmaschine hat der US-Konzern begonnen. Doch das Internetgeschäft schwächelt seit langem. Reuters

Yahoo

Das Logo von Yahoo: Mit einer Suchmaschine hat der US-Konzern begonnen. Doch das Internetgeschäft schwächelt seit langem.

New YorkIn den nächsten Tagen könnte das Schicksal von Yahoo besiegelt werden. Der Verwaltungsrat, der von Mittwoch bis Freitag tagen wird, soll über drastische Optionen beraten. So stehe unter anderem auf der Tagesordnung, ob ein Käufer für Yahoos schwächelndes Internetgeschäft um die Suchmaschinen- und Display-Anzeigen gefunden werden soll, berichtet das „Wall Street Journal“.

Außerdem soll darüber diskutiert werden, ob die rund 30 Milliarden Dollar schweren Anteile am chinesischen Internethändler Alibaba wie geplant abgespalten werden. Denkbar sei auch, beide Bereiche abzuspalten, berichtet die Zeitung.

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Yahoo-Chefin Marissa Mayer steht seit Monaten unter Druck. Seit mehr als drei Jahren steht sie an der Spitze des krisengeschüttelten Internetkonzerns, doch der Turnaround bleibt aus. Die Aktie hat in diesem Jahr rund 33 Prozent an Wert verloren.

Der Umsatz wird 2015 wohl um acht Prozent geringer sein als im Vorjahr – auch eine Reihe von Übernahmen konnten daran nichts ändern. Konkurrenten wie Facebook und Google bauen derweil ihren Vorsprung weiter aus.

Auch wurde zuletzt über mögliche Nachfolger für Mayer spekuliert. Immer wieder hatte sie darauf hingewiesen, dass der Turnaround Zeit braucht. Doch die Investoren werden ungeduldig. Eine Reihe von hochrangigen Managern hatten in den vergangenen Monaten Yahoo verlassen und damit den Druck auf Mayer zusätzlich erhöht.

Erst im September musste die Yahoo-Chefin einen herben Rückschlag verkraften. Mayer hatte eigentlich geplant, den Alibaba-Anteil in ein separates Unternehmen auszugliedern. Das wäre ein steuersparendes Modell für die Aktionäre gewesen.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

Doch die amerikanische Steuerbehörde hatte Zweifel angemeldet und ließ durchblicken, dass sie Yahoos Pläne möglicherweise nicht genehmigen wird.

Bislang ist unklar, wie Mayer weiter verfahren will. Der kritische Großaktionär Starboard hatte Yahoo zuletzt dazu gedrängt, die Abspaltungspläne fallen zu lassen und dafür das Kerngeschäft abzutrennen, um den Erlös daraus an die Aktionäre auszuschütten. Die kommenden Tage sollen nun Klarheit bringen.

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