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05.02.2013

06:00 Uhr

Markencheck

Handy an, Hirn aus: Die ARD knöpft sich Apple vor

VonCarina Kontio

iPhone, iPad, iPod: Die Produkte des Computerriesen Apple haben die ganze Welt erobert. Doch trotz aller wirtschaftlicher Erfolge muss der US-Konzern mit Kritik leben – vor allem wenn es um die Arbeitsbedingungen geht.

Die ARD-Reihe „Markencheck“ befasste sich am Montag mit Apple. (Bild: WDR/Klaus Görgen)

Die ARD-Reihe „Markencheck“ befasste sich am Montag mit Apple.

(Bild: WDR/Klaus Görgen)

DüsseldorfViele Marken haben Fans, Apple hat „Jünger“. Sie campen vor Geschäften, um ein neues Smartphone oder nur ein T-Shirt mit dem Firmenlogo zu ergattern. Wie ist dieser Hype zu erklären?

Mit dem Apple-Check setzte die ARD am Montagabend ihre Reihe fort, in der populäre Marken und ihre Firmenpolitik unter die Lupe genommen werden. Diesmal auf dem Prüfstand: die derzeit zweitwertvollste Marke der Welt. An der Börse ist der US-Konzern ungefähr so viel wert wie BASF, Siemens, SAP, VW und Bayer zusammen.

Cool, einfach zu bedienen und sicher – das bringt man mit Apple-Produkten in Verbindung. Doch haben die viel gepriesenen Geräte tatsächlich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz? Wie gut ist der Service in Apple Stores? Und was geht im Gehirn eines eingefleischten Apple-Fans vor?

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Der Apple-Check geht diesen Fragen nach und hat sich auch im Apple-Produktionsland China umgeschaut: Wurden die Arbeitsbedingungen dort wie versprochen verbessert?

Kommentare (41)

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hejoho

05.02.2013, 07:27 Uhr

Hier wurden einfach nur Zahlen verglichen. Dass Apple seit jeher anders "different" denkt und entsprechende Produkte entwickelt hat, die fleißig von allen anderen kopiert werden und als eigene Lösung verkauft werden, sollte nicht unerwähnt bleiben. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Apple und kenne den Unterschied zu WIN & Co...

Ronny

05.02.2013, 07:39 Uhr

Hiiiiiiilfeeeeee was für eine Schwachsinn diese Sendung!!!
Wer einen Marktcheck macht, sollte sich der Mühsaal einer guten Recherche, Analyse und Vergleich mit den Mitbewerbern unterziehen, nichts davon wurde gemacht!
Teil 1: Apple infiziert, großzügig wurden drei Äpfel vergeben und warum, weil nach dem Gehirnscan von 25 Probanden festgestellt wurde, dass die Äbbelll mit mehr Gefühl, eher wie ein Gesicht gesehen werden und Samsung dagegen eher das Vernunftzentrum angesprochen wird.
Großzügig erhielt Apple drei Punkte, schön, aber warum. Das reicht doch nicht aus um die eine Marke besser und die andere schlechter zu bewerten. Denn Vernunft kann sich auf Dauer möglicherweise besser behaupten. Und überhaupt, wieviel Punkte gingen nach diesem Minivergleich an die Konkurrenz???.
Teil zwei: Wie einfach ist Apple wirklich?
Hier wurde derartig platt recherchiert, dass es wirklich nicht zu fassen ist, dafür soviel wertvolle Sendezeit zu verschenken. Nicht dass Touch and Feeling, nicht die 1000 Dinge, die im täglichen Gebrauch gefallen oder nerven wurden getestet. Nicht die Möglichkeiten und Fähigkeiten und die Einfachheit der Nutzung wurden dargestellt, die Mühe machte man sich nicht. Stattdessen schwadronierten ausgewachsene Ingenieure die ganze Zeit nur über den Sperrbildschrirm und zwei-drei Kleinigkeiten. Sind die eigentlich irre (?) und so etwas mit dem Geld der Gebührenzahler!
Teil 3: Ist Äbbelll sein Geld wert?
Wer dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen, wurde eines besseren belehrt, man steckte jeweils ein Phone von Samsung und Äpple in ein Bierglas!
Na Bravo, tolle Idee!!! Ist das, was den Wert ausmacht, warum wurde nicht die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit getestet, z.B. wie leicht wird so ein Device beschädigt wenn es hinfällt (Interessierte können übrigens dergleichen bei IFIXIT nachlesen), bei Regen und Spritzwasser, wie gut ist der Bildschriminhalt bei verschiedenen Lichtverhältnissen zu sehen, wie ist die Qualität des Gehäuses.
Fortsetzung folgt:

BGC

05.02.2013, 07:46 Uhr

Wann schickt endlich jemand einen Reporter zu Samsung?

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