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27.03.2014

12:52 Uhr

Markteinschätzung

PC-Branche sieht Licht am Ende des Tunnels

Zuletzt schmierte die Branche ab, die Umsatzeinbrüche ließen vermuten, PCs seien in Zeiten von Tablets und Smartphones nicht mehr marktfähig. Nun blitzt ein wenig Hoffnung auf, dass es nicht ganz so schlimm kommt.

Doch noch kein Anachronismus? Die Verkäufe von Desktop-PCs verlieren zumindest weniger stark als noch vor einem Jahr. dpa

Doch noch kein Anachronismus? Die Verkäufe von Desktop-PCs verlieren zumindest weniger stark als noch vor einem Jahr.

EghamDas zuletzt schwache PC-Geschäft steuert nach Einschätzung von Marktforschern auf die Talsohle zu. Der Rückgang werde sich in diesem Jahr und 2015 deutlich verlangsamen, prognostizierten die Analysten von Gartner am Donnerstag.

„Die klassischen Notebooks und Desktop-Geräte haben nach wie vor eine Zukunft“, sagte Gartner-Experte Ranjit Atwal. „Die Nutzer greifen für verschiedene Aufgaben zu unterschiedlichen Geräten - entscheidend sind Bildschirmgröße und Rechenleistung.“ Der Trend, Tablets als Notebook-Ersatz zu kaufen, gehe zurück.

Im vergangenen Jahr war der Absatz von Notebooks und Desktop-Rechnern um zehn Prozent eingebrochen, das war der bisher stärkste Rückgang. Für das laufende Jahr rechnet Gartner mit einem Rückgang von 6,5 Prozent auf 276,7 Millionen verkaufte PCs und für das Jahr 2015 mit einem Absatzminus von 5,2 Prozent.

Die größten Tablet-Hersteller

Apple

Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

Samsung

Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

Asus

Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Amazon

Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

Sonstige

Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

Lenovo

Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

„Die Talfahrt wird durch neue Arten von Hybrid-Geräten gebremst, die an die konkrete Nutzungsszenarien angepasst sind“, sagte Atwal. Das Gerät sei letztlich immer mehr nur noch ein „Fenster“ zu Daten, die in der Internet-Cloud liegen. Mit sinkenden Gerätepreisen werde es attraktiver, mehrere Computer für verschiedene Lebenslagen zu haben: „Jede Geräteklasse wird ihre Nische finden.“

Zugleich erwartet Gartner, dass sich weiterhin immer mehr Leute ein Tablet zulegen werden. Für dieses Jahr rechnen die Marktforscher mit einem Absatzsprung von 38,5 Prozent auf 270,7 Millionen Geräte und für 2015 mit einem weiteren Anstieg von 29 Prozent.

Von

dpa

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