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09.10.2014

06:38 Uhr

Marktforschung

Weltweites PC-Geschäft schwächelt weiter

Der weltweite PC-Markt hat weiter mit sinkenden Absätzen zu kämpfen, die Zahlen sind auch im dritten Quartal gesunken. Die Verkäufe in Europa und den USA steigen, aber ausgerechnet ein Riesenmarkt in Asien schwächelt.

Auch im dritten Quartal schwächelt das PC-Geschäft weiter. Marktforscher gehen von einem Minus von 1,7 Prozent aus. dpa/picture alliance

Auch im dritten Quartal schwächelt das PC-Geschäft weiter. Marktforscher gehen von einem Minus von 1,7 Prozent aus.

Stamford/FraminghamDer weltweite PC-Markt ist auch im dritten Quartal wieder geschrumpft. Die Marktforscher von IDC errechneten ein Minus von 1,7 Prozent im Jahresvergleich mit 78,5 Millionen verkauften Notebooks und Schreibtisch-Rechnern.

Nach Schätzungen ihrer Kollegen von Gartner sank der Absatz um 0,5 Prozent auf rund 79,4 Millionen Computer.

Dabei zeichnen sich zwei große Trends ab. Zum einen wachsen die Verkäufe in den USA und Westeuropa deutlich, während der Absatz in Asien mit dem Riesenmarkt China schwächelt, wie Gartner und IDC in der Nacht zum Donnerstag berichteten.

Zum anderen konnten die größten Hersteller allesamt Zuwächse verbuchen – der allgemeine Rückgang ging also auf Kosten kleinerer Anbieter. Gartner betonte, die fünf führenden Hersteller kontrollierten erstmals zwei Drittel des Marktes.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Der PC-Absatz war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent geschrumpft. Verbraucher und Unternehmen greifen schon seit einiger Zeit lieber zu Smartphones und Tablets. In diesem Jahr läuft es etwas besser. Ein Grund ist, dass Microsoft im Frühjahr die Unterstützung für das alte PC-Betriebssystem Windows XP einstellte.

Das löste eine Welle von Ersatzkäufen in Unternehmen aus. Die Verbraucher hielten sich aber weiterhin merklich zurück, sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal der dpa. Das erkläre auch das weiterhin schwache Geschäft in Asien.

Die weltweite Nummer eins im PC-Geschäft blieb nach Zahlen beider Marktforscher der chinesische Konzern Lenovo, auf den rund ein Fünftel der weltweiten Verkäufe entfiel. Hewlett-Packard hält sich fest auf Platz zwei mit rund 18 Prozent Marktanteil laut Gartner und rund 19 Prozent nach IDC-Schätzungen. Dell liegt auf dem dritten Platz mit etwa 13 Prozent.

Bei IDC schaffte es Apple erstmals unter die ersten fünf größten PC-Anbieter weltweit mit einem Marktanteil von 6,3 Prozent und knapp fünf Millionen verkauften Computern. In der Rangliste von Gartner wird dieser Platz weiterhin vom taiwanischen Hersteller Asus belegt.

Die Differenz dürfte auf die unterschiedliche Berechnungsgrundlage der beiden Marktforscher zurückgehen: Die Gartner-Zahlen schließen im Gegensatz zu IDC auch Tablets mit Windows 8.1 mit ein, aber keine Chromebooks mit dem Google-System Chrome.

Von

dpa

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