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24.10.2011

18:59 Uhr

McKinsey-Studie

Internetfernsehen gibt dem TV-Konsum neuen Schub

Das Internetfernsehen gilt als große Hoffnung der Fernsehbranche. Tablet PCs und Smartphones fördern den Bilderkonsum. Die Werbestrategen bei den Sendern rechnen schon mit einem neuen Boom.

Flatscreens auf der Elektronikmesse IFA: Internetfernsehen wächst weiter. Reuters

Flatscreens auf der Elektronikmesse IFA: Internetfernsehen wächst weiter.

MünchenDie Fernsehbranche kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, erleidet die Fernsehnutzung keinen Einbruch. Im Gegenteil: die steigende Videonutzung mit Tablet PCs, Smartphones und Videorecorder fördert den Bilderkonsum. „Der Tod des linearen Fernsehens ist nicht in Sicht. Wir sehen weltweit eine stabile oder steigende Fernsehnutzung“, sagte Markus Frerker, Deutschlandchef der Medienberatung bei McKinsey, dem Handelsblatt. „Dass die Jungen kein Fernsehen mehr gucken, ist ein weit verbreiteter Fehlglaube. Empirisch lässt sich ein solcher Trend nicht nachweisen.“

Insbesondere die jüngsten Zahlen aus den USA sind ermutigend. Demnach stieg die Nutzung des herkömmlichen Fernsehens im ersten Quartal diesen Jahres innerhalb von 24 Monaten um ein Prozent. Die sonstigen Angebote, wie Internetfernsehen, Handy-TV oder zeitversetztes Fernsehen legten im gleichen Zeitraum sogar um acht Prozent zu. „Das Kerngeschäft ist nicht gefährdet. Mit Bewegtbildern im Internet können die Sendergruppen ihre Reichweiten noch steigern“, sagt McKinsey-Medienexperte Steven Neubauer.

Laut McKinsey liegt in den USA die Fernsehnutzung bei über 300 Minuten. In Deutschland hingegen bewegt sich die Fernsehnutzung in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen in der ersten Hälfte diesen Jahres nur bei 195 Minuten. Die Unternehmensberatung erwartet vor diesem Hintergrund einen weiteren Anstieg der Fernsehnutzung. Das Werbefernsehen sei schon oft gestorben. Einst glaubten manche Marktbeobachter, die Zuschauer würden durch die Einführung der Fernsehbedienung die Werbespots überspringen. Diese Einschätzung habe sich als falsch erwiesen. Selbst die Einführung des Videorekorders habe dem Privatfernsehen in keinerlei Weise zugesetzt. „Auch das Internet wird nicht das Ende des Fernsehens bedeuten“, sagt Freker. „Die Marktzahlen geben den Fernsehkonzernen Gründe, sich zu entspannen.“

Sky, RTL und Pro Sieben Sat 1 beobachten derzeit mit Argusaugen, ob ihnen künftig Video-on-Demand-Anbieter wie beispielsweise Hulu, Netflix oder Google TV Marktanteile wegnehmen könnten. Die Videoplattformen aus den USA -  in der Branche Over-the-Top-Provider genannt - bieten im Gegensatz zu den herkömmlichen Fernsehsendern ohne große Infrastruktur Inhalte zum Herunterladen an. Sie sind dadurch flexibel und preisaggressiv.

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