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22.07.2015

14:50 Uhr

Media-Analyse

Radio verliert an Reichweite

Die deutschen Radiosender haben laut Media-Analyse weniger Hörer. Bei den ARD-Wellen sind die Verluste höher als bei den Privaten. Erstmals wurden die Folgen der letzten Volkszählung in der Erhebung berücksichtigt.

Ein nicht unerheblicher Teil der Hörerverluste deutscher Radiosender ist auf neue Daten aus der Volkszählung zurückzuführen. dpa

Hörerschwund

Ein nicht unerheblicher Teil der Hörerverluste deutscher Radiosender ist auf neue Daten aus der Volkszählung zurückzuführen.

FrankfurtDer Abstand zwischen ARD-Wellen und Privatsendern hat sich auf dem deutschen Radiomarkt verringert. Die öffentlich-rechtlichen Wellen liegen mit 37,49 Millionen Hörern pro Werktag aber nach wie vor klar vorne. Die Privatsender kommen im Schnitt auf 31,34 Millionen. Dies geht aus der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse (MA) her.

Die Reichweite der deutschen Radiosender ist im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung vom März dieses Jahres gesunken. Der Rückgang bei der Reichweite war allerdings erwartet worden, da die neue MA erstmals die Volkszählung von 2011 berücksichtigt hat. Die Verluste der ARD-Sender (minus drei Prozent) sind dabei größer als die der Privatwellen. Diese büßen nur zwei Prozent der Hörer ein.

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Der Zensus hatte ergeben, dass die Einwohnerwahl in Deutschland um 1,5 Millionen geringer ist als angenommen. Die Zahl der möglichen Radiohörer (ab zehn Jahre) hat sich damit bundesweit um 1,3 Millionen (1,8 Prozent) reduziert.

Meistgehörter Radiosender in Deutschland bleibt mit Abstand das private Radio NRW. Der Verbund aus Lokalsendern kommt auf 1,667 Millionen Hörer pro Stunde, ein Zuwachs von knapp drei Prozent. Auf Platz zwei bleibt trotz eines Verlusts von mehr als zehn Prozent Antenne Bayern mit 1,22 Millionen. Die Radio-Kombi Baden-Württemberg folgt mit 1,156 Millionen. Die öffentlich-rechtliche Popwelle SWR3 belegt weiter Platz vier mit 1,091 Millionen vor der WDR-Welle 1Live (1,059 Millionen).

Unter den werbefreien bundesweiten Sendern kommt der Deutschlandfunk auf 1,548 Millionen Hörer – allerdings am Tag. Dies ist ein Verlust von sechs Prozent. Deutschlandradio Kultur (469.000) gewinnt dagegen fast drei Prozent dazu.

Für die Radio-MA wurden rund 80.000 Telefoninterviews mit deutschsprachigen Bürgern im Alter ab zehn Jahren geführt. Erstmals wurden 8000 Mobilfunkanschlüsse angerufen, um die Hörgewohnheiten der Jüngeren präziser zu erfassen. Die Daten sind auch für die Preise der Werbespots wichtig. Erhoben werden sie zweimal im Jahr von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, einem Zusammenschluss von Unternehmen aus der Werbe- und Medienwirtschaft.

Von

dpa

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