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27.03.2013

13:55 Uhr

Mediaset

Berlusconis Imperium macht Verlust

VonRegina Krieger

Der "Cavaliere" schreibt rote Zahlen - im Medienkonzern Mediaset ist dies ein bislang einmaliges Ereignis. Auch die Dividende in Silvio Berlusconis Sendergruppe fällt aus. Jetzt heißt es Sparen.

Silvio Berlusconis Medienunternehmen Mediaset leidet unter der Wirtschaftskrise. Reuters

Silvio Berlusconis Medienunternehmen Mediaset leidet unter der Wirtschaftskrise.

RomSchuld ist die internationale Wirtschaftskrise, die hat auf den Werbemarkt gedrückt. So heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Medienkonzerns Mediaset, der der Familie von Silvio Berlusconi gehört und von seinem ältesten Sohn Piersilvio geführt wird. Die Nachricht macht Schlagzeilen, nicht nur in Italien: Zum ersten Mal seit Bestehen der Sendergruppe fällt die Bilanz schlecht aus. Das Unternehmen, das seit 1996 an der Mailänder Börse notiert ist, steckt tief  in den roten Zahlen. Eine Dividende wird nicht gezahlt. 2011 hatte es noch 10 Cent pro Aktie gegeben.

Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen für 2012 beträgt der Nettoverlust 287 Millionen Euro. Mit so einer großen Summe hatten die Analysten in Mailand nicht gerechnet. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 3,72 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung fiel von 1,9 Milliarden auf 1,7 Milliarden Euro.

Die Werbeeinnahmen seien  im vergangenen Jahr um 16 Prozent gesunken, erklärten die Mediaset-Manager den Analysten. Besserung ist nicht in Sicht: im Januar 2013 waren es noch minus 15 Prozent. Um den Investoren wieder Vertrauen zu geben, brauche man auch eine Regierung in Italien, sagte Mediaset-CFO Marco Giordani.

Drei TV-Sender gehören zu Mediaset: Italia 1, Canale 5 und Rete 4. Sie senden in Konkurrenz zur staatlichen RAI mit ihren drei Programmen. Darüber wird seit Jahrzehnten in Italien gestritten. Erst als Silvio Berlusconi 1994 in die Politik ging, zog er sich pro forma von Mediaset zurück, zieht aber immer noch die Fäden ebenso wir in der Familienholding Fininvest. Seitdem wird jedoch in Italien über den Interessenskonflikt geklagt, in dem der Medienmogul jahrelang als Premier und Unternehmer steckte. Doch das Thema wurde im Parlament nicht behandelt, es gab keine Gesetze zur Regelung. Immer wieder tauchten zudem Korruptionsanklagen auf.   

Im vergangenen Oktober wurde Silvio Berlusconi in einem der vielen Verfahren gegen ihn von einem Gericht in Mailand zu vier Jahren Haft verurteilt -  wegen Steuerhinterziehung  bei Mediaset. Doch es ist wie bei allem Verfahren gegen den 76jährigen: das Urteil wird erst nach der dritten Instanz  rechtskräftig und  schon bald kommt die Verjährung. Außerdem ist Berlusconi nach italienischem Recht zu alt, um ins Gefängnis gehen zu müssen.

Berlusconis Sohn Piersilvio kündigte ein Sparprogramm für die drei Sender an. Schon 2012 seien 307 Millionen Euro eingespart worden, bis 2014 sollen es 450 Millionen sein, jedoch nach seinen Angaben ohne Entlassungen. „Wir haben bei den Strukturen, bei Programmen und bei Verträgen mit unseren Stars gespart“, sagte er. „Es war hart, doch wir sind auf dem richtigen Weg.“

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