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04.03.2006

15:27 Uhr

Medienbericht

Bertelsmann erwägt Verkauf von Unternehmensteilen

Der Medienkonzern Bertelsmann und seine Großaktionärsfamilie denken laut einem Magazinbericht über den Verkauf von Unternehmensteilen nach. Damit soll offenbar der von dem belgischen Investor Albert Frere gewollte Börsengang verhindert werden.

HB FRANKFURT. Mit dem Erlös aus den Verkäufen könnte Frere dessen Anteil von 25,1 Prozent abgekauft werden, den er bis 2007 an die Börse bringen will, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab. „Diese Überlegungen finden statt“, zitierte das Magazin einen ungenannten Bertelsmann-Vorstand.

Frere verlange mehr als fünf Milliarden Euro für das Anteilspaket, das er 2001 gegen eine 29,9-Prozent-Beteiligung an der Fernsehgruppe RTL eingetauscht hatte. Der Wert des gesamten Bertelsmann-Konzerns werde von der Investmentbank Goldman Sachs auf 18,7 Milliarden Euro geschätzt.

Ein Bertelsmann-Sprecher wollte sich am Samstag nicht zu dem Bericht äußern. Freres börsennotierte Investmentfirma GBL Groupe Bruxelles Lambert hatte Ende Januar beschlossen, ihren Anteil an die Börse zu bringen und Bertelsmann damit zu einem Börsengang zu zwingen. Dieser wäre der größte eines europäischen Medienunternehmens seit langem. Die Vertreterin der Familie, Liz Mohn, ist Bankenkreisen zufolge gegen den Börsengang, hatte sich vor gut einem Jahr aber auch gegen den Rückkauf des GBL-Anteils ausgesprochen. Seither hat sie sich nicht dazu geäußert.

Der Bertelsmann-Vorstand habe sich noch nicht entschieden, ob er den Börsengang oder die Verkaufsstrategie unterstütze, hieß es in dem Bericht. Es sei noch zu früh zu sagen, was für das Unternehmen besser sei. Zudem müsse erst abgewartet werden, ob Frere mit seiner Forderung nach einem Börsengang Ernst mache. Preise und mögliche Käufer für Teile von Bertelsmann würden bereits sondiert, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf Investmentbanker. Tabu seien nur die Dienstleistungs-Tochter Arvato und RTL.

Der Wert der Sendergruppe mache Goldman Sachs zufolge mit gut neun Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Unternehmenswertes aus. Arvato werde mit 3,5 Milliarden Euro bewertet, die Buchverlagsgruppe Random House und der Anteil am Verlag Gruner + Jahr jeweils 1,9 Milliarden. Die Buchclubsparte Direct Group sei dagegen nur 450 Millionen Euro wert.

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