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25.08.2013

16:04 Uhr

Medienbericht

Deutsche E-Mail-Anbieter profitieren von NSA-Affäre

Starker Zulauf bei den deutschen E-Mail-Anbieter: Nach dem US-Spionageskandal steigen die Zahl der Neuanmeldung für heimische Mail-Dienste rasant an, heißt es in einem Bericht. Die Unternehmen zeigen sich überrascht.

GMX, T-Online und web.de bieten ihren Nutzern verschlüsselte E-Mails an. Damit haben sie seit dem NSA-Skandal etliche neue Kunden gewonnen. dpa

GMX, T-Online und web.de bieten ihren Nutzern verschlüsselte E-Mails an. Damit haben sie seit dem NSA-Skandal etliche neue Kunden gewonnen.

HamburgDie deutschen E-Mail-Anbieter profitieren von dem Skandal um die Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst NSA. Innerhalb der vergangenen drei Wochen sei die Zahl der Neuanmeldungen für den E-Mail-Dienst von Freenet um 80 Prozent gestiegen, berichtete der „Spiegel“ am Sonntag vorab unter Berufung auf das Unternehmen. Freenet sei „sehr überrascht über diesen Anstieg“, sagte ein Sprecher dem Magazin.

Beim Internetkonzern 1&1, der Mutter von GMX und web.de, stieg die Zahl der Nutzer demnach um eine sechsstellige Zahl. Und auch die Deutsche-Telekom-Tochter T-Online habe „stärkeres Interesse“ vermeldet. Unklar ist allerdings, wie viele der neuen Nutzer deutscher Dienste Konten bei US-Firmen wie Yahoo oder Google aufgegeben haben.

Der frühere US-Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden hatte vor einigen Wochen enthüllt, dass die NSA umfassend das Internet überwacht. Wie stark davon deutsche Internetnutzer betroffen sind und ob US-Firmen dem Geheimdienst direkten Zugang zu ihren Servern erlaubt haben, ist bislang unklar. Deutsche Internetfirmen werben seit Beginn der Affäre mit deutschen Datenschutz-Standards.

1&1 und die Deutsche Telekom bieten ihren Kunden in einer Kooperation in Reaktion auf den Skandal seit kurzem etwas mehr Sicherheit bei E-Mails: Mails, die zwischen T-Online, GMX und web.de ausgetauscht werden, werden nun ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen übertragen, wie sie etwa auch beim Onlinebanking üblich sind.

Von

afp

Kommentare (6)

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JJJ

25.08.2013, 16:59 Uhr

Klasse, dann werden die alle jetzt nicht mehr von der NSA überwacht sondern vom BND. Made in Germany.

Johannes

25.08.2013, 17:13 Uhr

Bei 1und1 werden Kunden daran gehindert, an bestimmte Email-Adressen Nachrichten zu versenden. Es wird dann eine Fehlermeldung generiert, die suggeriert, die eMail sei vom Mailserver des Empfängers zurückgewiesen worden. Erst eine gründliche Recherche in Google ergibt, dass der Versandt der betreffenden Email von 1und1 aus nicht näher spezifizierten "administrativen " Gründen verweigert wurde. Dasselbe gilt für web.de und vermutlich auch MMX

Vivi

25.08.2013, 19:04 Uhr

...und dabei kann jeder Dorfpolizist sich die Login-Daten selbst bei einer Ordnungswidrigkeit verschaffen, ebenso die Mobile-PIN und PUK.
Nix wie weg aus Dtl...

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