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31.01.2007

13:41 Uhr

Medienbericht

Ex-Siemensianer belastet Kleinfeld und Pierer

Ein verdächtiger ehemaliger Siemens-Manager soll einem Medienbericht zufolge Siemens-Vorstandschef Kleinfeld und dessen Vorgänger von Pierer angeschwärzt haben. Die beiden hätten von verschiedenen Schmiergeldzahlungen gewusst, sagt er und nennt auch einen konkreten Fall.

Kleinfeld und von Pierer bei der Stabübergabe im Januar 2005. Foto: dpa

Kleinfeld und von Pierer bei der Stabübergabe im Januar 2005. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. In der Korruptions-Affäre bei Siemens soll nach einem Zeitungsbericht auch die oberste Führungsspitze des Elektronikkonzerns bereits vor Jahren über Bestechungszahlungen informiert gewesen sein. Ein verdächtiger ehemaliger Siemens-Manager habe ausgesagt, dass neben dem jetzigen Konzernchef Klaus Kleinfeld auch dessen Vorgänger Heinrich von Pierer über Zahlungen unterrichtet worden sei, berichtete das „Wall Street Journal“. Konkret geht es in dem Bericht um einen angeblichen Korruptionsfall in Saudi-Arabien. Kleinfeld und von Pierer hätten die Vorwürfe zurückgewiesen und von Schadenersatzzahlungen gesprochen, hieß es.

Im Zusammenhang mit verschiedenen Auslandsgeschäften sollen bei Siemens in den vergangenen sieben Jahren in großem Stil Bestechungsgelder geflossen sein. Staatsanwaltschaft und Siemens-Vorstand beziffern die Schmiergeldzahlungen auf 200 bis 420 Mill. Euro. Das Geld soll unter anderem über ein System schwarzern Kassen in Liechtenstein und in der Schweiz

Bereits Ende Dezember hatte ein ehemaliger Vorstand des Bereichs Com den damaligen Vorstandschef Heinrich von Pierer sowie den ehemaligen Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger zu belasten versucht. Beide hatten sich dagegen zur Wehr gesetzt. Neubürger hatte versichert, der ihm berichtende Bereichsvorstand habe nie erkennen lassen, dass es in seinem Bereich zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei.

Der Vorstandschef von Siemens, Klaus Kleinfeld, hat zudem angegeben, bereits Anfang 2006 von einem verdächtigen Konto in der Schweiz erfahren zu haben. Kleinfeld sagte der „Financial Times“, die Existenz dieses Kontos sei ihm im Zuge unternehmensinterner Untersuchungen bekannt geworden.

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