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15.08.2013

17:18 Uhr

Medienbericht

Facebook will eigenen Bezahldienst testen

Meine Freunde, mein Netzwerk, mein Geld: Das weltgrößte Online-Netzwerk plant Medienberichten zufolge, einen eigenen Bezahldienst für ausgewählte Handelspartner einzurichten. PayPal dürften das gar nicht gefallen.

Ein Mann mit einem Laptop vor dem Facebook-Logo: Das Netzwerk plant angeblich, einen eigenen Bezahldienst einzuführen. Reuters

Ein Mann mit einem Laptop vor dem Facebook-Logo: Das Netzwerk plant angeblich, einen eigenen Bezahldienst einzuführen.

New YorkKönnen Nutzer künftig per Facebook bezahlen? Daran arbeitet das weltgrößte Online-Netzwerk. Facebook will demnächst in den USA einen Dienst testen, mit dem es Zahlungen bei ausgewählten Handelspartnern abwickeln kann, berichtete am Donnerstag das „Wall Street Journal“-Blog „All Things D“.

Facebook-Mitglieder können bereits ihre Bankdaten bei dem Netzwerk hinterlegen, um etwa Geschenke für andere Nutzer oder virtuelle Gegenstände zu kaufen. Künftig könnten sie dann bei anderen Anbietern über Facebook bezahlen. Facebook habe den geplanten Test bestätigt, berichtet „All Things D“.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Erster Partner werde der Online-Händler JackThreads sein, der sich auf junge Männer als Zielgruppe spezialisiert. Das passe auch zur Schicht der Mitglieder, die Facebook bereits ihre Kontodaten gegeben haben, zum Beispiel Nutzer von Online-Spielen. Ein Facebook-Bezahldienst wäre angesichts der mehr als einer Milliarde Mitglieder ein potenziell starker Rivale für bisherige Anbieter wie die Ebay-Tochter PayPal.

Von

dpa

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