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20.08.2013

16:32 Uhr

Medienbericht

Obermann könnte bei Telekom schon im Herbst gehen

René Obermanns Uhr bei der Telekom läuft offenbar früher ab. Eigentlich soll der Vorstandschef zum Ende des Jahres ausscheiden. Doch der Aufsichtsrat will den Wechsel zu Tim Höttges wohl vorziehen.

Wann geht René Obermann? Der Führungswechsel bei der Telekom wird offenbar früher vollzogen. Reuters

Wann geht René Obermann? Der Führungswechsel bei der Telekom wird offenbar früher vollzogen.

FrankfurtDer Wechsel an der Telekom-Spitze soll einem Magazinbericht zufolge schneller über die Bühne gehen als offiziell bekannt. Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom plane, auf seiner nächsten Sitzung Anfang September die zum Jahreswechsel angekündigte Übergabe des Amts von Noch-Konzernchef René Obermann auf Finanzchef Tim Höttges auf den Herbst vorzuziehen, berichtete das „Manager Magazin“ unter Verweis auf mit der Situation vertraute Personen am Dienstag vorab.

Das Kontrollgremium des Dax-Konzerns komme vom 3. bis zum 5. September in Warschau zu seiner jährlichen Strategiesitzung zusammen. Der Aufsichtsrat werde dort „die Gelegenheit nutzen, um die Staffelübergabe vorzubereiten und René Obermann zu verabschieden“. Der genaue Ablösetermin sei noch Verhandlungssache. Gehe aber alles nach Plan, werde sich Obermann zeitnah im Herbst verabschieden, schrieb das Magazin weiter aus Kreisen. Ein Telekom-Sprecher wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

René Obermanns Karriere (Stand: März 2013)

1963

Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen.

Ausbildung

Nach Abitur und Wehrdienst machte Obermann eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei BMW und studierte anschließend in Münster Volkswirtschaftslehre.

Selbständigkeit und Firmenverkauf

Nach der Gründung der eigenen Firma ABC Telekom, die unter anderem mit Telefonen und Fax-Geräten handelte, verkauft Obermann das Geschäft 1991 an den asiatischen Konzern Hutchison Whampoa. Obermann bliebt bis 1998 Chef der Hutchison Mobilfunk GmbH.

Anfang bei der Telekom

Im Jahr 1998 wechselt Obermann zur Deutschen Telekom, zu der ihn der damalige Vorstandschef Ron Sommer holt. Obermann arbeitet bis zum Frühjahr 2000 als Vertriebschef des Mobilfunkgeschäfts der Telekom.

Aufstieg bei der Telekom

Im Jahr 2000 wird Obermann Chef von T-Mobile Deutschland und steigt weiter im Konzern auf. Ab November 2002 ist er Telekom-Vorstand, im Jahr 2006 wird er zum Vorstandschef befördert.

Amtszeit als Vorstandschef

Kurz nach dem Amtsantritt holt er Timotheus Höttges in den Vorstand, der Anfang 2014 sein Nachfolger an der Konzernspitze werden wird. Obermann führt zudem im Kampf gegen Billiganbieter ab 2007 die Billigmarke Congstar ein und kämpft in den folgenden Jahren mit vielen komplexen Baustellen. Der Konzern hatte einst Journalisten bespitzelt, das US-Geschäft erwies sich als schwere Belastung und in Deutschland schlägt er sich mit Regulierungsbehörden und heftigem Wettbewerb im Festnetzgeschäft und Mobilfunk herum.

Der von ihm angestrebte Verkauf des US-Geschäfts an AT&T scheitert an einem Veto der US-Kartellbehörde. Als Alternative erarbeitet er die Fusion mit dem Konkurrenten MetroPCS, die allerdings auch noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Zeit nach der Telekom

Kurz vor Weihnachten 2012 kündigt Obermann seinen Rückzug als Vorstandsvorsitzender der Telekom an. Er sagt, das Unternehmen Ende 2013 verlassen zu wollen und das Amt an Timotheus Höttges zu übergeben. Im März 2013 wird seine künftige Aufgabe bekannt: Obermann leitet ab 2014 die Geschicke von Ziggo, einem niederländischen Kabelnetzbetreiber.

Ziggo

Seine Amtszeit bei Ziggo ist nur von kurzer Dauer: Nur wenige Wochen nachdem Obermann seinen Posten angetreten hat, wird der Verkauf des Kabelunternehmens an den US-Medienkonzern Liberty Global bekanntgegeben. Obermann kündigt an, seinen Chefposten nach dem Vollzug der Übernahme abgeben zu wollen.

2015: Warburg Pincus

René Obermann findet eine neue Aufgabe. Als geschäftsführender Direktor und Partner wechselt er ins Londoner Büro der Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus. Für das Private-Equity-Unternehmen soll Obermann in der Telekommunikationsbranche künftig Investments evaluieren und die Vertretung auf dem deutschen Markt übernehmen.

Der Zeitpunkt im Herbst wäre gut gewählt, da der 50-jährige Obermann in den vergangenen zwölf Monaten einige der größten Baustellen des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns schließen konnte. Der milliardenschwere Internet-Ausbau in Deutschland ist angeschoben und im krisengeplagten US-Geschäft darf die Telekom-Führung dank eines Kundenansturms im zweiten Quartal auf eine Trendwende hoffen.

Obermann hatte Ende 2012 angekündigt, seinen Amt als Telekom-Chef niederzulegen.

Von

rtr

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