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25.11.2014

04:29 Uhr

Medienbericht

Telefónica baut Stellen nur langsam ab

1600 Stellen sollen bei Telefónica Deutschland wegfallen. Doch sein Ziel erreicht der Mobilfunkanbieter offenbar nicht so schnell wie geplant: Einem Medienbericht zufolge hakt es beim Sozialplan.

Keine Doppelbesetzungen nach der E Plus-Übernahme: So lautete die Begründung für den Stellenabbau bei Telefónica Deutschland. dpa

Keine Doppelbesetzungen nach der E Plus-Übernahme: So lautete die Begründung für den Stellenabbau bei Telefónica Deutschland.

DüsseldorfBei dem Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland verzögert sich einem Bericht zufolge der geplante Stellenabbau. Wie die "Rheinische Post" vom Dienstag unter Berufung auf eine interne Mail der Geschäftsführung an die Mitarbeiter berichtete, gab der Vorstand sein Ziel auf, bis zum Ende des Jahres rund 700 der insgesamt über 9000 Stellen abzubauen. Der Grund dafür ist demnach, dass sich der Vorstand bislang nicht mit den Betriebsräten auf einen Sozialplan einigen konnte.

Bis 2018 sollen bei Telefónica Deutschland insgesamt 1600 Stellen wegfallen. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass der Vorstand bisher 270 Millionen Euro für den Sozialplan anbiete. Das bedeute pro wegfallender Stelle eine Abfindung in Höhe von 168.000 Euro.

Was die Fusion von E-Plus und O2 für den Kunden bedeutet

Worum geht es?

Die niederländische KPN verkauft ihre Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland. Das wurde bereits im Juli 2013 angekündigt. Telefónica Deutschland gehört seinerseits zum spanischen Telefónica-Konzern und bietet vor allem die Mobilfunk-Marke O2 an. „Das neue Unternehmen wird erhebliche Größen- und Effizienzvorteile erzielen“, erklärte Telefónica Deutschland am Mittwoch. Abgeschlossen sein soll der Kauf voraussichtlich bis Ende September.

Wie viele Mobilfunkanbieter gibt es jetzt noch?

Von den großen Anbietern, die ein eigenes Mobilfunknetz besitzen, gibt es in Deutschland künftig nur drei statt vier. Neben Telefónica Deutschland sind dies die Deutsche Telekom und Vodafone. Allerdings gibt es noch viele weitere Mobilfunkmarken. Sie gehören entweder auch zu diesen großen Konzernen oder zu anderen Anbietern. Diese Anbieter leihen sich sozusagen das Netz von den Großen und bieten dann den Endkunden eigene Verträge an. Außerdem könnte sich künftig nach Einschätzung der EU-Kommission auch wieder ein weiterer Anbieter mit eigenem Netz etablieren.

Was bedeutet der Wegfall eines so großen Unternehmens?

Die EU-Kommission hatte bei der Fusion zunächst Bedenken. Sie befürchtete, die Konzentration könne dazu führen, dass sich die verbleibenden Firmen nicht mehr so hart bekriegen - was für die Kunden schlecht wäre, die gerade vom Wettbewerb Vorteile haben. Deshalb hat die EU-Behörde eine ganze Reihe Auflagen für die Fusion gemacht. Dazu gehört zum Beispiel, dass Telefónica 30 Prozent der Netzkapazitäten des neuen Unternehmens verkaufen muss.

Reichen die Auflagen aus?

Die EU-Kommission sagt Ja: „Verbraucher werden weiterhin in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen“, kündigte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia an. Der auf die Branche spezialisierte Professor Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg-Essen hält die Auflagen dagegen für ungenügend. Sie dienten als „Deckmäntelchen“ für eine industriefreundliche und verbraucherfeindliche Politik der Kommission, sagte er AFP. Auch Ilja Braun von der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt: „Eine Konzentration im Markt birgt für Verbraucher immer Gefahren.“

Steigen jetzt die Preise?

Das ist nicht ausgeschlossen. Zwar seien kurzfristig keine Preissteigerungen zu befürchten, glaubt Gerpott. Er verweist aber zugleich auf Österreich, wo es vor 18 Monaten eine vergleichbare Übernahme gab. Dort seien „die Preise nicht mehr so schnell gefallen und zum Teil sogar gestiegen“. Das könnte mittelfristig auch in Deutschland passieren, meint der Wirtschaftsprofessor. Telefónica äußert sich nicht konkret zu Preisen. In einer Erklärung versichert das Unternehmen aber, „den Markt mit innovativen Produkten und Services (...) noch stärker herauszufordern.“

Ändern sich die bestehenden Mobilfunk-Verträge?

Bei bereits abgeschlossene Verträgen besteht kein Grund zur Sorge. „Bestehende Verträge ändern sich nicht“, sagte ein Sprecher von Telefónica Deutschland.

Verschwindet E-Plus jetzt ganz?

Ob die Marke E-Plus bestehen bleibt oder verschwindet, das lässt sich laut Telefónica Deutschland noch nicht sagen. Dafür müsse erst der Abschluss der Übernahme abgewartet werden.

Was kann noch passieren?

Denkbar sind laut Verbraucherschützer Braun, dass einige Billigmarken wegfallen, die bisher unter dem Dach von E-Plus und Telefónica angeboten werden. Ferner könnten auch Läden geschlossen werden. „Es macht keinen Sinn, dann einen O2-Laden neben einem E-Plus-Laden zu haben“, sagte Braun.

Telefónica hatte im Oktober E-Plus komplett übernommen und will den Anbieter mit seiner deutschen Mobilfunk-Gesellschaft O2 zusammenlegen. Der Konzern erklärte dann Mitte des Monats, bei dem geplanten Stellenabbau gehe es vor allem darum, Doppelfunktionen abzuschaffen.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Hans Kammerer

25.11.2014, 07:56 Uhr

Pro Stelle 168.000 Euro ? Für das Geld würde ich als mittelmäßig verdienender Angestellter wirklich so gut wie jeden Job aufgeben! Kann das sein, was hier geschrieben wird ? Üblich wären doch viel eher 0,5 bis 1,5 Bruttogehälter pro Jahr der Betriebszugehörigkeit..

Herr Peter Hubich

25.11.2014, 08:08 Uhr

Die 168.000 € relativieren sich sehr schnell: da greift dann erstmal der Staat und die Sozialkassen zu, dann gibts die Sperre beim Arbeitslosengeld und wer Ü45 ist, wird eh keinen Job mehr finden. Von den Steuereinnahmen + den Sozialbeiträgen aus der Abfindung profitieren alle, auch Sie. Neid ist wahrlich nicht angebracht. Zumal die 168.000 € wohl nur einige wenige gut Verdiener erreichen werden.

Account gelöscht!

25.11.2014, 13:35 Uhr

Das ist üblich. Bei der Telekom läuft gerade ein Programm zum freiwilligen Ausscheiden, welches bis zum 3x Jahresbruttolohn zahlt.

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