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06.07.2012

11:04 Uhr

Medienbericht

Telekom will im Kosovo Geschäfte machen

Die Deutsche Telekom hat dementiert, Interesse am Konkurrenten Telecom Kosovo zu haben. Eine österreichische Zeitung hatte dies unter Berufung auf Insider berichtet.

Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn. dpa

Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn.

Frankfurt/WienDie Deutsche Telekom will die zum Verkauf stehenden Telecom Kosovo nicht übernehmen. "Wir haben kein Interesse", sagte ein Telekom-Sprecher am Freitag und dementierte damit einen Bericht des österreichischen "Wirtschaftsblatts". Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Insider, dass neben dem Dax-Konzern auch France Telecom, die türkische Turkcell und die in Dubai ansässige Investmentfirma Delta Partners ein Auge auf den Post- und Telekomkonzern geworfen. Nicht im Rennen ist Telekom Austria. "Wir sind nicht mehr interessiert", sagte ein Firmensprecher.

Das Wirtschaftblatt bezifferte den Deal für den Verkauf von 75 Prozent an dem Unternehmen auf rund 200 Millionen Euro. Bis Oktober müssten die Interessenten ihre verbindlichen Angebote abgeben. Ein Abschluss werde für kommendes Jahr erwartet.

Es ist nicht der erste Anlauf für einen Verkauf des Staatskonzerns. Das mit einer Millionen Handy- und 100.000 Festnetzkunden profitabelste Unternehmen des Landes sollte schon vor einem Jahr einen neuen Mehrheitseigner finden. Die Deutsche Telekom hatte sich über ihre kroatische Tochter an der Ausschreibung beteiligt, jedoch das Interesse verloren, als die damalige Telecom-Kosovo-Führungsspitze wegen undurchsichtiger Geschäftspraktiken angeklagt wurde. Telekom Austria war danach der einzige Bieter - die kosovarische Regierung sagte den Verkauf ab.

Die Deutsche Telekom ist in vielen Ländern Südosteuropas vertreten. Die Bonner waren mit die Ersten, die nach dem Zusammenbruch der alten kommunistischen Regime ihre Claims in den Ländern des ehemaligen Ostblocks absteckten. Los ging es 1993 mit dem Einstieg bei der heutigen Magyar Telekom. Später kaufte sich der deutsche Telefon-Konzern noch direkt oder über seinen ungarischen Ableger in anderen Ländern der Region ein. 2008 kam dann der ehemalige griechischen Staatsmonopolist OTE hinzu. Wegen der Schuldenkrise musste die Telekom hohe Abschreibungen auf OTE vornehmen. (Reporter: Peter Maushagen, Angelika Gruber und Fatos Bytyci; redigiert von Olaf Brenner)



Von

rtr

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