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26.09.2013

16:16 Uhr

Medienbericht

Twitter könnte im November an die Börse gehen

Der Kurznachrichtendienst könnte sich ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk machen und noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Eingeweihte Personen berichten davon, dass gleich drei Banken diesen Schritt begleiten sollen.

Das Logo des Kurznachrichtendienstes Twitter: Börsengang noch vor Weihnachten möglich. dpa

Das Logo des Kurznachrichtendienstes Twitter: Börsengang noch vor Weihnachten möglich.

New YorkDer Börsengang des Online-Netzwerks Twitter könnte schon in zwei Monaten über die Bühne gehen. Das „Wall Street Journal“ nannte den späten November als möglichen Termin. Der Kurznachrichtendienst habe neben Goldman Sachs auch noch JPMorgan Chase und Morgan Stanley als begleitende Banken für den Schritt aufs Parkett verpflichtet, schrieb die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Twitter hatte Mitte September in einem Tweet enthüllt, dass das Unternehmen im Geheimen seinen Börsengang angestoßen habe. Die nötigen Unterlagen seien aber schon Wochen zuvor bei der Aufsichtsbehörde SEC eingereicht worden, schrieb die Zeitung. Es dauere normalerweise mindestens zweieinhalb Monate, bis die SEC grünes Licht für einen Börsengang gebe.

So funktioniert PGP

E-Mails sind unsicher

E-Mails sind wie Postkarten, die man mit einem Bleistift beschreibt: Auf dem Weg durchs Netz können sie gelesen und verändert werden. Das lässt sich verhindern, indem man die elektronische Kommunikation signiert und verschlüsselt.

PGP hilft beim Verschlüsselung

Ein beliebtes Programm zur Verschlüsselung von E-Mails ist PGP, die Abkürzung für „Pretty Good Privacy“ (deutsch: ziemlich gute Privatsphäre). Der Amerikaner Phil Zimmermann, ein Anti-Atom-Aktivist, entwickelte es 1991, um sicher mit seinen Mitstreitern zu kommunizieren. Die Grundlage von PGP war ein von Zimmermann selbst entworfener Krypto-Algorithmus mit heute noch schwer knackbaren 128-Bit-Schlüsseln. Er vereinfachte damit die asymmetrische Verschlüsselung so, dass auch Privatnutzer sie anwenden können. Der US-Regierung war das nicht geheuer, sie versuchte zunächst, die Verbreitung zu verhindern.

Symmetrisch vs. asymmetrisch

Bei symmetrischen Verschlüsselungsverfahren benutzen beide Seiten den gleichen Schlüssel. Bei asymmetrischen Verfahren wie PGP hat dagegen jeder Nutzer ein Schlüsselpaar, das aus einem geheimen und einem öffentlichen Teil besteht. Der Vorteil: So können Nutzer einander Mails schreiben, ohne sich vorher auf einen Schlüssel einigen müssen. Und sie haben keine Probleme bei Austausch des geheimen Codes.

Wie ein Vorhängeschloss

Der öffentliche Schlüssel eines Nutzers ist frei verfügbar, zum Beispiel auf einem Schlüssel-Server. Mit ihm werden Nachrichten chiffriert. Der Empfänger kann sie mit seinem privaten Schlüssel entziffern. Ein Vergleich: Die Nachricht (E-Mail) kommt in eine Truhe und wird mit einem öffentlich verfügbaren Schlüssel (Vorhängeschloss) gesichert, der Empfänger kann sie mit seinem privaten Schlüssel öffnen.

Alle Übertragungswege gesichert

PGP lässt sich nutzen, um sämtliche Übertragungswege zu sichern – Experten sprechen von einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass die E-Mails chiffriert auf dem Server des Anbieters liegen und erst auf dem Rechner des Nutzers dechiffriert werden.

Meta-Daten weiter bekannt

Wer eine verschlüsselte Nachricht abfängt, sieht nur Datensalat. Allerdings kann er immer noch feststellen, wer wem geschrieben hat.

Daten signieren

Mit einem PGP-Schlüssel können Nutzer auch Nachrichten signieren und so unerkannte Manipulationen des Textes verhindern. Das geschieht mit dem privaten Schlüssel – der Empfänger kann mit dem öffentlichen Schlüssel die Singnatur überprüfen.

Vorteil gegenüber der De-Mail

Auch die De-Mail wird als verschlüsselte Kommunikation beworben. Datenschützer kritisieren jedoch, dass die Nachrichten beim Dienstanbieter kurzzeitig entschlüsselt, auf Schadsoftware untersucht und dann wieder verschlüsselt werden. Bei sensiblen Inhalten wie Gesundheitsdaten müssten verantwortliche Stellen für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgen, forderte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar Ende 2011, als das De-Mail-Gesetz in Kraft trat.

Twitter konnte als junges Unternehmen seinen Börsenprospekt zunächst geheim halten. Mindestens drei Wochen bevor die Aktien bei Investoren beworben werden, muss das Dokument aber veröffentlicht werden. Das Börsenprospekt ist eine umfangreiche Selbstdarstellung des Unternehmens samt Geschäftszahlen, Risiken, Aussichten und Eigentumsverhältnissen. Twitter ist der prominenteste Börsengang eines Internetunternehmens seit Facebook im Mai vergangenen Jahres.

Von

dpa

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