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20.05.2014

10:57 Uhr

Medienbericht

Twitter will offenbar Soundcloud kaufen

Der Kurznachrichtendienst plant offenbar die nächste Übernahme – dieses Mal in Deutschland. Laut eines Medienberichts ist Twitter an dem deutschen Start-up Soundcloud interessiert.

Twitter will offenbar das deutsche Start-up Soundcloud kaufen. Reuters

Twitter will offenbar das deutsche Start-up Soundcloud kaufen.

WashingtonDer US-Kurznachrichtendienst Twitter hat einem Bericht zufolge Interesse an dem deutschen Start-up Soundcloud. Das US-Unternehmen wolle die Plattform, auf der Musik geteilt werden kann, kaufen, berichtete die auf Technologienachrichten spezialisierte Internetseite „Re/code“ am Montag. Die Übernahme würde für Twitter voraussichtlich teuer, würde aber 250 Millionen Nutzer einbringen und damit etwa genau so viele, wie der Kurznachrichtendienst bisher hat, berichtete „Re/code“. Weder von Twitter noch von Soundcloud gab es zunächst eine Stellungnahme.

Die Übernahme wäre ein erneuter Versuch von Twitter, ins Musikgeschäft einzusteigen. Ein erster Plan, eine Suchfunktion für Musik anzubieten, war im vergangenen Jahr gescheitert. Für Soundcloud hätte die Übernahme laut „Re/code“ den Vorteil, leichter an Werbeeinnahmen zu kommen.

Zahlen und Fakten zu Twitter

Nebenprodukt mit Erfolg

Twitter war zunächst nicht mehr als ein Nebenprodukt der Firma Odeo, die eine (allerdings wenig erfolgreiche) Podcasting-Plattform entwickelte. Die Macher suchten 2006 nach Alternativen – und entwickelten den Dienst mit seinen 140 Zeichen kurzen Texthäppchen. In den ersten Monaten gewann er zwar kaum Nutzer, doch nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Technologiekonferenz SXSW hob Twitter ab.

Idee von vier Freunden

Anfangs standen vier Freunde hinter Twitter: Evan Williams, der dank des Verkaufs seiner Plattform Blogger.com an Google auch Geldgeber war; außerdem Jack Dorsey, Biz Stone sowie Noah Glass. Letzterer wurde allerdings wegen seiner schwierigen Art schon bald aus der Firma gedrängt.

Intrigen und Machtkämpfe

Die kurze Geschichte der Firma ist geprägt von Machtkämpfen zwischen den einstigen Freunden. Der erste Chef Jack Dorsey musste auf Veranlassung des Mitgründers Evan Williams sowie des Verwaltungsrates seinen Posten verlassen. Williams selbst hielt sich auch nicht dauerhaft an der Spitze – bei seiner Entmachtung im Oktober 2010 hatte Dorsey seine Finger im Spiel. Auf ihn folgte Dick Costolo, zuvor bei Google tätig. Der wiederum verließ das Unternehmen im Juli 2015. Jack Dorsey kehrte als Interimschef zurück.

Durchweg in den Miesen

Bislang hat Twitter die Erwartungen der Börse noch nicht erfüllt. Das Unternehmen hat trotz steigender Umsätze noch nie Gewinn gemacht.

Zaghaft im Werbegeschäft

Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit bezahlten Tweets. Inzwischen ist das Geschäft beträchtlich angewachsen, im zweiten Quartal 2015 auf 452 Millionen Dollar .

304 Millionen Nutzer

Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Ein Großteil der Werbeerlöse wird auf Smartphones und Tablet-Computern erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter im zweiten Quartal 2015 rund 304 Millionen Nutzer pro Monat.

Twitter-Aktionäre sind gleichberechtigt

Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

Soundcloud sammelte kürzlich rund 60 Millionen Dollar (44 Millionen Euro) an Wagniskapital ein. Das „Wall Street Journal“ beziffert den Wert des Unternehmens mit 700 Millionen Dollar.

Von

afp

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