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17.01.2011

20:23 Uhr

Medienberichte

Goldman lässt US-Investoren bei Facebook außen vor

Goldman Sachs will angeblich keine Facebook-Anteile an US-Investoren verkaufen. Grund sei das intensive Medieninteresse. Offenbar fürchtet die Investmentbank einen Konflikt mit der US-Börsenaufsicht.

Goldman schließt US-Investoren angeblich von Facebook-Anteilen aus. dpa

Goldman schließt US-Investoren angeblich von Facebook-Anteilen aus.

HB NEW YORK. Die Investmentbank Goldman Sachs will einem Zeitungsbericht zufolge US-Investoren keine Anteile am sozialen Netzwerk Facebook verkaufen. Als Grund habe die Bank das intensive Medieninteresse genannt, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Dies könnte dazu führen, dass Privatplatzierungen nicht im Einklang mit US-Gesetzen stünden.

Die Entscheidung, nur noch Investoren aus Übersee zu beteiligen, sei von keiner der beteiligten Parteien verlangt worden, auch nicht von der US-Börsenaufsicht SEC, berichtete das Blatt unter Berufung auf eine Mitteilung der Bank. Erste Kunden seien bereits am Sonntag informiert worden.

Ingesamt seien bereits Anfragen für Beteiligungen im Wert von sieben Mrd. Dollar eingegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Goldman habe dem "Wall Street Journal" mitgeteilt, die Konsequenzen der Entscheidung zu bedauern. Man ginge aber davon aus, dass dies derzeit der klügste Weg sei.

Die Investmentbank investiert 450 Mio. Dollar in das mit 50 Mrd. Dollar bewertete Unternehmen und sammelt derzeit Geld von Kunden ein, die mitziehen wollen. Sollte die Zahl der Kapitalanleger 500 erreichen, müsste Facebook Bilanzzahlen veröffentlichen wie ein börsennotiertes Unternehmen. Dies gilt als ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Börsengang, dem die Branche entgegenfiebert.

In den rund 100 Seiten starken Investorenunterlagen gewährte Facebook vor kurzem bereits erste Einblicke: So erwirtschafte das Unternehmen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar. Davon blieb ein Gewinn von 355 Mio. Dollar übrig. Das ist deutlich mehr als Facebook im gesamten Jahr zuvor erwirtschaftet haben soll.

Facebook ist eine der am schnellsten wachsenden Internetfirmen überhaupt mit mittlerweile mehr als 550 Mio. Mitgliedern. Das macht das Online-Netzwerk für die Werbeindustrie interessant. Der Gesamtwert des noch jungen Unternehmens wird inzwischen auf rund 50 Mrd. Dollar taxiert. Das ist mehr als das Auktionshaus Ebay oder das Interneturgestein Yahoo auf die Waage bringen.

Kommentare (1)

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FH

18.01.2011, 00:03 Uhr

Wer die Glocken nicht läuten hört..., hier fürchtet jemand wohl Verfahren?

Es wird interessant sein zu sehen, ob sich wieder vor allem deutsche investoren wie bei den US-amerikanischen Hypotheken abzocken lassen und blind investieren.

Jeder Vermögensverwalter und bankmanager der nicht zuvor sich den realen Cash Flow und EbiTDA/EbiT/Profit etc. ansieht, sich die Frage nach realistischen Zuwachsraten dieses Unternehmen stellt und in Ruhe die Risiken analysiert, gehört wegen grober Fahrlässigkeit verklagt.

ich will keinesfalls sagen, dass es ein Fehler ist dort zu investieren, aber man sollte sich klar machen, was man mit welchen Risiko über welchen Zeitraum(!) unter welchen Annahmen (Wachstum, inflation ...) erreichen will.

Wer glaubt er kauft eine Wundertüte der Glückseligkeit, hat sich schwer geschnitten.

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