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31.10.2012

07:34 Uhr

Medienbranche im Umbruch

„Die gedruckte Zeitung ist nicht tot“

VonNils Rüdel

Die Nachricht, dass sich das Traditionsmagazin „Newsweek“ bald ins Netz verabschieden wird, hat die Branche aufgeschreckt. Steht das Ende der gedruckten Nachrichten in Amerika bevor? Nicht so voreilig, sagen Experten.

Nächstes Jahr Geschichte: Ein gedrucktes Exemplar der "Newsweek". dapd

Nächstes Jahr Geschichte: Ein gedrucktes Exemplar der "Newsweek".

„Es ist so traurig“, sagt Karen Springen. „So viele brillante Reportagen und Artikel, und dann musste man mit ansehen, dass ,Newsweek` mit der Zeit immer dünner wurde“, sagt die Journalistin, die 24 Jahre lang als Redakteurin für die Zeitschrift gearbeitet hatte. „Es ist traurig, dass es "Newsweek" nun bald gar nicht mehr am Kiosk geben wird.“

Springen lehrt inzwischen an der Northwestern University in Chicago als Journalismus-Professorin. Mit ihr war die gesamte Branche vorvergangene Woche von der Nachricht aufgeschreckt worden, dass das traditionsreiche US-Wochenmagazin zum Jahreswechsel nur noch online erscheinen werde. „Das ist ein bittersüßer Moment in unserer unglaublich stolzen Geschichte“, schrieb Chefredakteurin Tina Brown auf der Online-Schwesterseite „Daily Beast“. Doch zu hohe Produduktionskosten im Verhältnis zu den Umsätzen hätten ihr keine andere Wahl gelassen, um das Magazin in die Zukunft zu retten.

Das Aus für die Print-Ausgabe nach fast 80 Jahren erscheint wie ein weiterer Beleg für den Niedergang der Branche. In den vergangenen Jahren hatten sich bereits mehrere Printmedien in den USA ganz oder teilweise ins Internet verabschiedet, darunter der „Christian Science Monitor“, die „Detroit Free Press“ und zuletzt „SmartMoney“. Als Grund gaben alle dasselbe an: Wegbrechende Anzeigenerlöse und die Tatsache, dass immer mehr Menschen ihre Informationen im Internet suchen.

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Braucht die Welt noch ein weiteres englischsprachiges Wirtschaftsmagazin? Die Macher von „Quartz“ sind überzeugt davon. Die neue, soeben gestartete Website ist neuartig und vielversprechend, das Geschäftsmodell kühn.

Die Zahlen klingen dramatisch: Als das Meinungsforschungsinstitut Pew kürzlich Amerikaner fragte, ob sie am Vortag der Umfrage eine Tageszeitung in der Hand hielten, antworteten nur 23 Prozent mit Ja. Im Jahr 2000 waren es noch 47 Prozent. Bei Magazinen antworteten 18 Prozent mit Ja, vor zwölf Jahren waren es noch 26 Prozent. Bei den Anzeigen sieht es noch dramatischer aus: Der Umsatz mit Werbung halbierte sich nach Angaben des Branchenverbandes Newspaper Association of America von 46,2 Milliarden Dollar im Jahr 2003 auf 23,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Ist das Ende der gedruckten „Newsweek“ also der endgültige Abgesang auf das Printmedium in den USA? „Wir werden sicherlich mehr davon sehen“, sagte Reed Phillips, Mitgründer der Medien-Beratungsfirma DeSilva&Phillips, dem „New York Observer“. „Es die Folge des wirtschaftlichen Niedergangs und des Übergangs ins Digitale“.

Doch trotz der dramatischen Zahlen geben sich manche Experten gelassen. „Titel kommen und gehen, aber gedruckte Magazine werden weiterleben“, sagt Samir Husni, Direktor des Magazine Innovation Centers an der Universität von Mississippi.

Kommentare (10)

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maximilian@baehring.at

31.10.2012, 07:44 Uhr

Statt klassischem Kiosk gibt es künfitg wahrscheinlich den

Zeitungs-/Buch-"Druck on Demand"

Mit äußerst vorteilhaften Auswirkungen für die Umwelt. Nicht nur durch wegfall des täglich notwendigen Lieferverkehrs.

aruba

31.10.2012, 07:53 Uhr

Guten Morgen;.... Um Gottes Willen;.... Jede Zeitung kann man als Unterlage beim Kartoffelschaelen benutzen. Jedes Blatt Papier kann ( in 4 etwa gleichgrosse Teile zerrissen ) dazu benutzt werden sich den Hintern ab zu wischen. Nicht zu vergessen " Feuer "..... Feuer kann man damit machen..... als Fidibus an Molotow-Coctails,... zum reinigen von Auto-Scheiben. Versuchen Sie all dies nur mit einem Computer;.... schon beim blossen Hintern wischen kommt es aufgrund der extremen Unhandlichkeit des Schirms zu Kratzern an empfindlicher Stelle. Ah-ja eins hatte Ich vergessen;.... Ein Laptop hat jeder Banker;.... aber ein Finanzblatt lesen,... das koennen nur Bankiers. Auch kann;... wer will;..... die Damenwelt damit beeindrucken. Besten Dank.

Kapturak

31.10.2012, 07:55 Uhr


Die gedruckte Zeitung ist auf jeden Fall auf dem Rückzug. Und im Internet mit Online-Zeitung Geld zu verdienen, ist schwer, denn die Bereitschaft, für eine Online-Zeitung Geld auszugeben, ist geringer. Die Menschen erwarten von einer gebührenpflichtigen Online-Zeitung mehr journalistische Qualität, als von einer gedruckten Zeitung.

Das gilt auch für das Handelsblatt. Ich würde für das Handelsblatt Online kein Geld ausgeben, denn allzu viele Beiträge sind oberflächlich. Quellen werden nicht genannt, Textbausteine einfach übernommen, teilweise werden Positionen irgendwelcher Interessengruppen einach übernommen usw.

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