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29.11.2013

16:46 Uhr

Medienhaus

Axel Springer plant Umwandlung in Holding

Das Medienhaus Axel Springer plant einen grundlegenden Umbau. Unter dem Dach einer Holding sollen Unternehmensteile mehr Flexibilität bekommen. Verdi warnt bereits vor einer Tarifflucht.

Im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin wird über die Umwandlung in eine Holding gesprochen. dpa

Im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin wird über die Umwandlung in eine Holding gesprochen.

BerlinDer Berliner Medien- und Verlagskonzern Axel Springer will sich in eine Holding umwandeln. „Es ist richtig, dass wir grundsätzlich über verschiedene Formen der Ausgründung nachdenken“, sagte ein Springer-Sprecher am Freitag. „Wann und wie eine Umsetzung stattfinden könnte, ist noch nicht entschieden.“ Der Mediendienst „newsroom.de“ hatte berichtet, Springer-Chef Mathias Döpfner habe auf einer Veranstaltung mit Betriebsräten über die Pläne gesprochen, Geschäftsbereiche in selbstständige Einheiten auszugliedern. Die Axel Springer AG würde sich dann nur noch als Dachgesellschaft um die Kontrolle und Finanzierung der einzelnen Töchter kümmern.

Durch die Ausgründungen wäre es leichter, Druck auf die Führung der einzelnen Gesellschaften auszuüben, Tarifverträge auszuschalten und Einsparungen voranzutreiben sowie einzelne Töchter abzuspalten oder zu verkaufen. Die Gewerkschaft Verdi forderte Springer umgehend auf, die Beschäftigten aller Bereiche tarifvertraglich abzusichern. „Hinter der glänzenden Fassade des digital ausgerichteten Medienunternehmens liegt allzu oft der dunkle Hinterhof niedriger Gehälter, Druck auf die Beschäftigten und Arbeitsplatzabbau“, sagte der Vizevorsitzende Frank Werneke.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Springer hat bereits mehrere Unternehmensteile in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert, etwa die „Computer Bild“-Gruppe. Weitere Verkäufe von Unternehmensteilen soll es laut Döpfner aber nicht mehr geben. Im Zuge der beschleunigten Digitalisierung will sich Springer von den Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ sowie von der TV-Zeitschrift „Hörzu“ trennen und sich auf die Flaggschiffe „Bild“ und „Welt“ konzentrieren. Die traditionsreichen Blätter sollen für 920 Millionen Euro an die Funke-Mediengruppe („WAZ“) verkauft werden. Die Transaktion wird derzeit vom Kartellamt geprüft. Beide Konzerne wollen in diesem Zusammenhang zwei Gemeinschaftsfirmen gründen.

Axel Springer gehört mehrheitlich der Verlagserbin Friede Springer, die direkt mit 5,0 Prozent beteiligt ist und über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, die 51,5 Prozent an dem Unternehmen hält. In Döpfners Besitz befinden sich 3,3 Prozent, der Rest in Streubesitz.

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