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27.06.2012

01:27 Uhr

Medienimperium

Murdoch will News Corp aufspalten

Der Abhörskandal um Medienzar Rupert Murdoch könnte heftige Folgen haben: Der Zeitungskonzern News Corp erwägt die Aufspaltung des Film- und Fernsehgeschäft vom Verlagsgeschäft.

Gründer und Chef von News Corp.: Rupert Murdoch. AFP

Gründer und Chef von News Corp.: Rupert Murdoch.

New YorkMedienmogul Rupert Murdoch erwägt, sein Lebenswerk zu zerschlagen. Aus der News Corp. würden zwei Unternehmen entstehen. Im kleineren dürfte das Verlagsgeschäft mit Zeitungen und Büchern gebündelt werden, im größeren das Unterhaltungsgeschäft mit dem Filmstudio „20th Century Fox“ und den Fox-Fernsehsendern.

Schon an diesem Mittwoch dürfte der Verwaltungsrat der News Corp. tagen, um sich mit dem Plan zu beschäftigen, berichtete das „Wall Street Journal“. Am Donnerstag könnte die Entscheidung dann öffentlich verkündet werden, hieß es unter Berufung auf eine eingeweihte Person.

An diesem Dienstag seien die Chefredakteure und Verleger der News Corp. in New York eingetroffen, um bei einem Treffen in der Konzernzentrale in Midtown Manhatten Einzelheiten zu erfahren, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf eingeweihte Personen. An diesem Treffen sollten auch der 81-jährige Firmengründer selbst, sein Sohn James sowie seine rechte Hand Chase Carey teilnehmen, hieß es.

Unter den Zeitungsmanagern gehe die Sorge um, bei der Aufspaltung unter die Räder zu geraten, berichtete die Zeitung. Das wäre verständlich, denn der große Geldbringer in Murdochs Medien-Konglomerat sind Film und Fernsehen, während der Anteil der Printmedien am Gesamtumsatz immer weiter zurückgegangen ist auf zuletzt noch ein Viertel.

Viele Aktionäre des Medienkonzerns empfinden das Verlagsgeschäft mittlerweile sogar als Klotz am Bein. Die Printbranche leidet allgemein darunter, dass sich immer mehr Menschen im Internet informieren. Die Auflagen gehen zurück, und wichtige Werbekunden wandern ab. Nachdem bekanntgeworden war, dass der ausgewiesene Zeitungs-Fan Rupert Murdoch eine Trennung der Geschäfte erwägt, war der Kurs der News Corp.-Aktie um bis zu 9 Prozent hochgesprungen.

Familienfremde Anteilseigner fordern schon seit längerem, dass das schrumpfende Zeitungsgeschäft von der wesentlich einträglicheren Unterhaltungssparte getrennt wird. Murdoch hatte sich jedoch bislang dagegen gesperrt. Er hatte sein Medienimperium auf Zeitungen aufgebaut und kaufte erst später das Filmstudio und Fernsehsender hinzu. Mittlerweile steuert das Verlagsgeschäft aber gerade noch ein Viertel zum Gesamtumsatz bei, Tendenz fallend.

Die jetzige Diskussion zur Aufspaltung findet vor dem Hintergrund des Abhörskandals bei der inzwischen eingestellten britischen Sonntagszeitung „News of the World“ statt. Hier hatte sich die Schwäche des Medienriesen offenbart: Wegen des Skandals musste Murdoch seinen Plan aufgeben, den britischen Fernsehkonzern BSkyB komplett zu übernehmen. Die News Corp. ist auch größter Anteilseigner des deutschen Bezahlsenders Sky.

Zu den treibenden Kräften der Aufspaltung innerhalb des Unternehmens soll Murdochs rechte Hand Chase Carey gehören, der das Tagesgeschäft leitet und immer wieder auch als möglicher Nachfolger des 81-jährigen Patriarchen genannt wird. Murdoch selbst habe seine harte Haltung gegen eine Aufspaltung in der jüngeren Zeit aufgegeben, hieß es in US-Medien.

Mit seinen Medien ist Murdoch im angelsächsischen Raum eine nicht zu unterschätzende Macht. Der konservative Sender „Fox News“ ist sein Sprachrohr in den Vereinigten Staaten; in Australien und Großbritannien sind es vor allem seine Zeitungen. Dazu zählen die renommierte Londoner „Times“ genauso wie das Massenblatt „Sun“. Überdies gehört der Buchverlag Harper Collins zum Konzern.

Kommentare (2)

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Charly

26.06.2012, 19:18 Uhr

Warum ist der Verbrecher Murdoch immer noch nicht hinter Gittern?

Account gelöscht!

27.06.2012, 06:11 Uhr

Ist so wie bei uns im Bundestag - Geld regiert die Welt, nicht das Gesetz.

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